Italienisches Gericht: Zusammenhang zwischen Handynutzung und Hirntumor bestätigt

Mitte dieses Monats bestätigte ein italienisches Gericht in einer Klage von Roberto Romeo, der 15 Jahre lang mehrere Stunden am Tag mit seinem Handy telefonierte, dass die intensive Handynutzung der Grund für seinen Tumor sei, welcher zufolge hatte, dass Romeo nach einer Operation sein Gehör auf einer Seite verlor. Zuvor wurde der Zusammenhang zwischen Hirntumoren und Handys bei intensiver Verwendung schon in den USA gerichtlich bestätigt, davon berichtete ich im Artikel „Die schädlichen Folgen von Handys„. Dort gab ich als Empfehlung, wenn möglich ein Headset beim Telefonieren zu verwenden. Ein Leser gab noch den Hinweis, dass die höchste Strahlung beim Verbindungsaufbau des Gespräches gegeben sei, sodass es schon hilft, das Handy erst nachdem man die Stimme des Gesprächspartners hört, ans Ohr zu legen.

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Unkommentierte Photoserie zum Thema Handy. Die angegebenen Websites der Bildquellen wurden nicht für die inhaltliche Recherche verwendet. Zu den Statistiken ist das Datum zu beachten, die Handyutzung sollte aktuell noch viel höher liegen und bezüglich des Mindestalters noch weiter gesunken sein. Hier geht es nur darum, die generelle Tendenz aufzuzeigen.

Von der in dem Artikel vorgestellten Dokumentation „Thank you for calling“ (siehe Trailer weiter unten) war in den Zeitungsartikeln in Folge des Gerichtsurteils keine Rede. Hingegen wurde beteuert, dass aus Sicht der Wissenschaft „ein Zusammenhang zwischen Handys und Krebs nicht bewiesen“ sei. Dies ist insofern richtig, dass sich vonseiten der Handyindustrie darum bemüht wurde die kritischen Wissenschaftler zu diskreditieren und somit mundtot zu machen oder sie zu kaufen, was auf WHO-Ebene passierte und von kritischen Journalisten nachgewiesen wurde. Die Ergebnisse, welche einen Zusammenhang zwischen Krebs und Handystrahlung zeigten, wurden somit rechtzeitig „neutralisiert“.

Sämtliche dieser Erkenntnisse kamen in den Artikeln zum Gerichtsurteil nicht zur Sprache, man begnügte sich damit auf das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zu verweisen und ein Zitat hinterher zu hängen: „Aktuelle Studien geben derzeit keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung auf der einen und Tumorerkrankungen auf der anderen Seite“. Das kritische Spektrum der Wissenschaftswelt wurde somit ausgeblendet. Auch wenn in den Artikeln (exeplarische Auswahl siehe zum Schluss) erwähnt wird, dass es Hinweise auf Schädlichkeit durch Handystrahlung gibt, so wird dieser durch plakative Sätze wie „Wissenschaftswelt über Gerichtsurteil empört“ , durchaus auch schon in dem Eingangstext, überschattet.

Immerhin gibt es Unterschiede je nachdem wo man wohnt und welcher Journalist dafür zuständig war, die Pressemeldung der nächst größeren Agentur sprachlich umzuformulieren. So wird der Artikel in der Rheinischen Post (Online) mit dem Satz: „Experten zufolge ist es für endgültige Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen der vergleichsweise jungen Technologie noch zu früh“ geschlossen. In der Gesamttendenz war jedoch eher das bemühen, das BfS als höchste Wahrheitsinstanz vorzuschieben, dominant.

Zwar rät auch das BfS, vorsicht bei der Handynutzung walten zu lassen, jedoch steht diese allgemeine Warnung mit mangelnder Reichweite in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Nutzungsverhalten großer Teile der Bevölkerung bezüglich Handys. Hierbei sollte man sich klar machen, dass strahlungsbedingter Krebs durchaus mehrere Jahrzehnte verzögert auftreten und der wirkliche Anstieg noch vor uns liegen kann.

Exemplarische (deutschsprachige) Artikel zum Gerichtsurteil:

http://www.epochtimes.de/wissen/forschung/gericht-in-italien-fuehrt-hirntumor-auf-handystrahlen-zurueck-2-a2119339.html

http://www.berliner-kurier.de/news/panorama/gericht-in-italien-bestaetigt-handystrahlen-machen-krebs–26900466

http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Gericht-Handystrahlung-fuer-Tumor-verantwortlich-id41463726.html

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Eine Antwort zu Italienisches Gericht: Zusammenhang zwischen Handynutzung und Hirntumor bestätigt

  1. karolwojci schreibt:

    Kleiner Zusatz: „70 Prozent der Kinder im Krippen und Kita-Alter nutzen das Handy ihrer Eltern täglich mehr als 30 Minuten“ (Quelle: BVKJ, über FocusOnline: http://www.focus.de/panorama/videos/uebermaessiger-medienkonsum-kann-zu-ads-fuehren-aerzte-schlagen-alarm-70-prozent-der-kleinen-kinder-daddeln-am-handy_id_6736712.html).

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