Die schädlichen Folgen von Handys

Der seit Februar dieses Jahres in manchen Kinos zu sehende Dokumentarfilm mit dem Titel „Thank You For Calling“ zeigt den Regisseur Klaus Scheidsteger, wie er Fakten und Aussagen von Insidern sammelt, welche die schädliche Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf den Menschen beweisen. Es wird gezeigt, wie die medizinischen Ergebnisse durch die Mobilfunkindustrie verschleiert werden, damit diese auf Kosten der Gesundheit aller Menschen weiterhin enorme Profite generieren können.

Ich habe den Film im Kino gesehen. Da es sich um ein sehr umstrittenes und gleichzeitig extrem wichtiges, da alle betreffendes, Thema handelt und der Film nicht in jeder Stadt halt macht, möchte ich kurz schildern, was ich von dem Film in Erinnerung habe und was man tun kann, um sich zumindest ein Stück weit von der möglichen schädlichen Wirkung zu schützen. Hinweis: Ich schreibe rein aus meiner Erinnerung. Die Inhalte stimmen, jedoch habe ich mittlerweile die ganzen Namen und Bezeichnungen der Wissenschaftler, Institutionen etc. vergessen.

  • Wenn man sich ein Handy kauft ist schon seit jeher, also schon bei den ersten Modellen, ein Sicherheitshinweis zu lesen, der einen zwei Zentimeter-Abstand des Handys zum Körper beim Telefonieren empfiehlt. Wie man diesen in der Praxis einhalten kann, ist eine andere Frage, schliesslich könnte man den Gesprächspartner kaum hören, wenn man nicht gerade auf Lautsprecher geschaltet hat. Ausser diesem Hinweis wurde das nämlich nie von den Firmen thematisiert.
  • Ebenfalls ist in den Anleitungen ein Grenzwert an Strahlungsdosis festgelegt, den man nicht überschreiten sollte. Untersuchungen im Labor haben gezeigt, dass diese Grenzwerte bei normalem Gebrauch des Handys locker überschritten werden.
  • In dem Film kommen mehrere Wissenschaftler zu Wort, welche die schädliche Wirkung von Handystrahlung im Labor nachgewiesen haben. Einer von ihnen hat mehrere Millionen Dollar von verschiedenen Mobilfunkunternehmen bekommen, um zu beweisen, dass Handystrahlung unschädlich seien. Da seine Ergebnisse das Gegenteil zeigten, ist er seit dem darum bemüht, seine Ergebnisse publik zu machen. Da diese verleugnet werden, hat er mit einer Anwaltsfirma in einem jahrelangen Prozess vor Gericht darum gestritten, dass seine Ergebnisse anerkannt werden. Das Gericht hat entschieden, dass die Gefahr zu hoch sei, als das man diese Ergebnisse nicht anerkennt, da man jetzt noch etwas gegen die Prognosen, in 10-20 Jahren wird es einen massiven Anstieg an Gehirntumoren geben, unternehmen könnte. Man könne nun also in den USA die Handyfirmen verklagen, wenn man durch häufige Nutzung beispielsweise Hirnkrebs bekäme. Die Mobilfunkfirmen gingen in Revision, der Prozess läuft noch.
  • Ein weiterer Wissenschaftler hat in seinen Experimenten einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Lymphomen bei Mäusen gefunden. Er und sein Team konnten sich das nicht erklären und haben die Ergebnisse ein halbes Jahr lang reproduziert. Als er zum Beauftragten für Handystrahlung in der WHO wurde, hat er diese Studien als ungültig abgetan. Sein Kommentar dazu: In der WHO haben wir den Standart, dass Studien von anderen Labors ratifiziert werden müssen. Die wurde scheinbar nicht durchgeführt, und nun will dieser hochrangige WHO-Mitarbeiter von seinen alten Studien nichts mehr wissen. Ein Journalist hat (in begleitung eines Skandals) nachgewiesen, dass er eine hohe Summe von einem Mobilfunk-Verband erhalten hat.
  • Die Wissenschaftler wurden in ihrem Ruf geschädigt, bedroht und erpresst oder zum Wechsel der Universität gedrängt.
  • Es existiert ein alter „Schlachtplan“ einer PR-Agentur, in dem es darum geht, wie man unerwünschte Studien vertuscht und die Forscher mundtot macht. Dieser Plan wurde auch in oben genanntem Gerichtsverfahren diskuttiert.
  • Der Film stellt sehr gut dar, wie extrem die Nutzung von Handys in der Gesellschaft gestiegen ist. Was man in den 1990ern noch als die oberen 10 Prozent der Handynutzer bezeichnete (ca. 30 Minuten Gebrauch am Tag) sind heute die unteren Prozente. Ein durchschnittlicher Jugendlicher nimmt das Handy zu jeder Gelegenheit mit, sogar ins Bett und bei Familientreffen. Jeder wird es kennen: Leute, die im Restaurant sitzen und ins Handy schauen. Das Gespräch ist bruchstückhaft und durch ein ständiges Herunterschauen unterbrochen.
  • Der ehemalige Mobilfunk-Gigant Nokia, der seine Handysparte mittlerweile verkaufte, hatte ein Forschungsprogramm, in welchem eine Möglichkeit erarbeitet wurde, die empfangene Handystrahlung zu mildern. Es basiert auf dem Prinzip einer App, bei der wenn der Grenzwert überschritten wird, das Handy für kurze Zeit keine Daten empfängt, um diese in einem späteren Zeitpunkt bei milderer Strahlung zu erhalten.

Die Wissenschaftler sagen eine Erhöhung von Hirntumorpatienten in den nächsten Jahrzehnten voraus. Besonders betroffen sind Kinder, weil sie eine dünnere Hirnhaut und -kapsel haben. Die dazugehörige Grafik kann man sich in obigem Trailer bei 00:34 anschauen. Als ich den Film gesehen habe kam mir der Gedanke, dass man sich davor schützen kann, wenn man Kopfhörer beim Telefonieren verwendet. Einen der oben genannten Wissenschaftler kann man im Film auch mit so einem Headset sehen. Es gibt spezielle Kopfhörer für Handys, welche ein Mikrophon ungefähr auf Mundhöhe integriert haben. Auf diese Weise hält man sich die ganze Strahlung nicht direkt ans Gehirn. Das Handy kann man dann unterwegs in der Jackentasche tragen (im Winter sollten die zwei Zentimeter durchaus gegeben sein) und ansonsten auf den Tisch vor sich legen.

 

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4 Antworten zu Die schädlichen Folgen von Handys

  1. brandy99 schreibt:

    Bei einem IFA-Besuch habe ich mal mein iPhone testen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass bei der Verbindung die größte Strahlenmenge auftritt. Empfehlung: erst Handy ans Ohr wenn die Verbindung steht und nicht schon gleich nach der Anwahl.

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  2. oekobeobachter schreibt:

    Hallo, ein heisses Thema. Vielen Dank für die detaillierte Info. Habe vor ca. 10 Jahren mal einen Artikel über Handysucht geschrieben (psychol. Abhängigkeit). Wenn ich mir bewusst mache, dass ich diesen Kommentar jetzt per Smartphone tippe, bekomme ich Gänsehaut. Ohne Hirn geht bekanntlich kaum etwas.
    oekobeobachter.com

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Italienisches Gericht: Zusammenhang zwischen Handynutzung und Hirntumor bestätigt | Grübelstübchen

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