Klassische Sklaverei – öffentlich verpönt und doch fester Bestandteil des Systems

Kevin Bales, Sozialwissenschaftler und Sklavenexperte:

Sklaven in Pakistan haben möglicherweise die Schuhe gefertigt, die Sie tragen, und den Teppich gewirkt, auf dem Sie stehen. Sklaven in der Karibik könnten dafür gesorgt haben, dass in Ihrer Küche die Zuckerdose gefüllt ist und Ihre Kinder Spielzeug haben. In Indien wurde vielleicht das Hemd genäht, das Sie am Leib tragen, und der Ring an Ihrem Finger poliert. Lohn erhalten diese Menschen dafür keinen.
Auch indirekt spielen Sklaven eine Rolle in Ihrem Leben. Sie haben die Ziegel für die Fabrik gebrannt, in der Ihr Fernsehapparat angefertigt wurde. In Brasilien haben Sklaven die Holzkohle hergestellt, mit der man den Stahl für die Federung Ihres Autos und die Schneide Ihres Rasenmähers härtete. Sklaven haben den Reis angebaut, von dem die Frau sich ernährt, die den wunderschönen Stoff für Ihre Vorhänge gewebt hat. Ihr Effektenportefeuille und Ihre Lebensversicherung werden von Unternehmen verwaltet, die Aktien von Firmen besitzen, die in den Entwicklungsländern Sklaven für sich arbeiten lassen. Sklaven halten Ihre Kosten niedrig und steigern die Rendite Ihrer Anlagepapiere.


Ca. 27 bis 35 Millionen Menschen leben ein „klassisches“ Sklavendasein, damit unsere Produkte schön billig sein können. Hoch lebe der Kapitalismus!

3-Sat-Artikel vom 9.12.2015 (anklicken)

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Unzählige Menschen machen sich für uns die Hände dreckig, damit wir gut leben können. Übernommen aus: http://www.3sat.de/page/?source=%2Fdokumentationen%2F184259%2Findex.html

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