Gauck – der Präsident der Herzen

Endlich mal ein authentischer Bundespräsidenten-Kandidat, den ich für unterstützenswert erachte (siehe Postillon-Artikel). Bei diesem Papagei weiß man wenigstens, dass seine Texte nachgeplappert sind. Nicht wie bei dem noch-Präsidenten Gauck, dem ehemaligen Leiter der „Gauck-Behörde“, der nur leere Phrasen über „Freiheit“ nachgauckeln kann, was vermutlich auch sein Nachfolger tun wird. Da ich den amtierenden Präsidenten nicht einfach als Gauckler hinstellen möchte, ohne das zu begründen, folgen im Anschluß an einen Postillon-Artikel noch sechs exemplarische Punkte, warum ich Gauck nicht gut leiden kann und für eine Fehlbesetzung halte und ihn in Zukunft für seiner Amtszeit nur mit dem Begriff „Gauckler“ in Erinnerung bringen werde. Eine Fehlbesetzung, die vermutlich auch für die kommenden Bundespräsidenten gelten wird.
Leider wird es nicht zu diesem vielversprechenden Kandidaten, diesem wunderschönen Papagaien, kommen, da die Entscheidungsträger von CDU/CSU und SPD sich gestern anscheinend auf den gemeinsamen Kandidaten Steinmeier geeignet haben.
Quelle: Postillon

Gauck-Nachfolger gefunden: SPD und Union einigen sich auf „Freiheit“ krächzenden Papagei

Berlin (dpo) – Schon seit Wochen ist die Frage nach dem Nachfolger Joachim Gaucks als Bundespräsident Gegenstand von Spekulationen. Nun haben sich CDU und SPD überraschend auf einen Kandidaten geeinigt, der seinem Vorgänger im Amt in nichts nachstehen soll: Ein 42-jähriger Papagei, der ständig das Wort „Freiheit“ krächzt, soll deutsches Staatsoberhaupt werden.
„Der Kanzlerin war bei der Suche nach einem neuen Kandidaten Kontinuität sehr wichtig“, erklärt Regierungssprecher Steffen Seibert. Der neue Kandidat Rico sei daher im Grunde genommen exakt wie Joachim Gauck, nur flauschiger und knuffiger. „Rhetorisch kann er Herrn Gauck locker das Wasser reichen“, so Seibert bei der offiziellen Vorstellung des Kompromisskandidaten der großen Koalition. Bundespräsidentschaftskandidat Rico gab direkt eine Kostprobe seiner Eloquenz zu Besten und krächzte: „Freiheit! Frrrreeeeiheit!“

Die Standarte des Bundespräsidenten soll auch angepasst werden, weil sich Rico vor Adlern fürchtet.

Der 1974 im Streichelzoo und Vogelpark Teltow geborene Gelbbrustara (Ara ararauna) erfülle laut Seibert alle Voraussetzungen für das Amt des Bundespräsidenten. In Artikel 54,1 Grundgesetz heißt es: „Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat.“ Davon, dass es sich bei „dem Deutschen“ um einen Menschen handeln muss, ist dort nicht die Rede.
Für den Steuerzahler ist der gefiederte Präsidentschaftsanwärter, dessen berühmtestes Zitat „Freiheit!“ lautet, eine gute Nachricht: Zwar müsste der präsidiale Amtssitz, Schloss Bellevue, komplett vergittert und zu einer gigantischen Vogel-Voliere ausgebaut werden, doch lassen sich diese Kosten in kürzester Zeit wieder einsparen: Während Joachim Gauck als Präsident jährlich 217.000 Euro an Amtsbezügen erhielt, soll Rico mit wöchentlich einem Sack Körnerfutter, einem gelegentlichen Kräcker und ein paar alten Zeitungen als Unterlage auskommen. Und: Statt für Staatsbesuche im Ausland die teure Flugbereitschaft der Bundeswehr zu nutzen, könne Rico einfach selbst fliegen.
Die SPD kündigte an, ihren bisherigen Favoriten für die Kandidatur, eine Eule aus Detmold, zugunsten des Kompromisskandidaten zurückzuziehen. (Artikel Ende)

Warum ist Gauck ein Gauckler?

1) Lassen wir „Die Anstalt“ sprechen. In folgende Folge wird er ab ca. Minute acht behandelt.
https://www.youtube.com/watch?v=nSsKVA97VUc
2) Seine Rede bei der Münchener Sicherheitskonferenz im Januar 2014. Ich hatte mir damals die Rede angehört und eins kann ich mit Sicherheit sagen: es war schwer zu ertragen. Zusammen mit Uschi und Steinmeier, wie passend, dass ausgerechnet er der Nachfolger werden soll, hat er dort mehr „globale Verantwortung Deutschlands“ gefordert. Anders als man bei diesen Worten denken könnte, hat er sich damit nicht für den Frieden, sondern ganz im Gegenteil, prinzipiell für mehr militärisches Engagement Deutschlands ausgesprochen. Die Münchener Sicherheitskonferenz ist eine Lobbyveranstaltung der Waffenindustrie und macht die Welt keineswegs „sicherer“. Sein Auftritt dort war übrigens mit ein Hauptgrund, warum sich im Winter 2014 Demonstranten vor dem Schloss Bellevue versammelten, um gegen ihn zu demonstrieren. Die Presse hatte daraufhin nichts besseres zu tun, als die Demonstranten als „Verschwörungstheoretiker, Linke und Neonazis zu diskreditieren“.
Passend zu seiner Gesinnung ist Gauck, wer hätte es bezweifelt, Mitglied der „Atlantikbrücke“.
Gaucks Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz:
https://www.youtube.com/watch?v=iubxMGK3x5o
3) Die Darstellung Gaucks durch die politischen Vertreter der SPD und CDU, als auch die mediale Darstellung seiner Person, hat nichts mit dem zu tun, was die Menschen im Allgemeinen über Gauck denken (eigene Erfahrungwerte, siehe aber als Beispiel auch die Kommentare im Internet, wenn es um Gauck geht). Nicht nur für mich besteht der Verdacht, dass es sich bei Gaucks scheinbarer Popularität um eine medial und politisch aufgebaute Konstruktion handelt, das machte sich ja schon bei seiner Wahl bemerkbar, als er erst im vierten Wahlgang gewählt wurde. Man schaue sich nur einmal die Töne an, mit denen Gauck bezüglich seiner Vergangenheit im Vorfeld der Ernennung zum Präsidenten von den Politikern gelobt wurde und dies, obwohl das Bild von Gauck als Widerstandskämpfer bei weitem nicht zutrifft. Andererseits wurden wirkliche Widerständler, wie der Schriftsteller Stefan Heym, von den Konservativen im Bundestag boykottiert und Verhalten „je nach dem wie der Wind steht“ vorgeworfen. Siehe dazu die Rede von Heym (Youtube) und ein Spiegelartikel aus dem Jahr 1994 über die Rede.
https://www.youtube.com/watch?v=uhR1z2cpQsQ
4) Gaucks zwielichtige Vergangenheit. Analog zum vorangehenden Punkt muss man sich die Frage stellen, in wie fern Gauck im „Widerstand“ gegen die DDR gewesen sein kann, wenn er über die Stasi einen VW-Kleinbus bekommen hat, ein Privileg, das nur besonders etablierten vorenthalten war? Oskar Lafontaine spricht von weiteren auffälligen Privilegien die entgegen dem Gauckbild (der Widerständler) aus Punkt 3 stehen.
Dazu gibt es ein Buch, welches hinter die Person schaut: „Joachim Gauck – Der richtige Mann?
5) Gauck als Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde alias „Gauck-Behörde“.
In dieser Position stellte er eine ganze Reihe ehemaliger Stasi-Leute ein, welche mit brisanten Arbeiten betraut wurden. Dies ist zwar an sich nicht so dramatisch, benötigt man doch Leute, die sich mit den Papierbergen auskennen. Es birgt jedoch Manipulationsgefahren. In Verbindung mit dem dritten Punkt diese Aufzählung, der ja auch eine lang zurückreichende klebrige Nähe an das CDU-Establishment beinahltet, stellt sich die Frage, ob Gauck im Rahmen gegenseitiger Gefälligkeitsaustausche unliebsame Informationen über bestimmte erfolgreiche Politiker in der BRD nach der Wende (aus der ehemaligen DDR) verschwinden lassen haben könnte. Gauck selbst war der erste, der seine eigene Akte lesen durfte und ein paar Stunden mit ihr allein sein durfte.
Und die Merkel setzte sich gegen die Herausgabe eines Fotos mit der Begründung zur Wahrung ihrer Privatsphäre  zur Wehr (weil es ja sonst keine Bilder von ihr gibt, in dem ihre Frisur falsch sitzt).
Im übrigen hätte Gauck sich in dieser Position ein wenig mehr anstrengen können um herauszufinden, wie es dazu kam, dass die „Rosenholz-Akten“ nach dem Mauerfall in die USA kam und warum sie erst viele Jahre später unvollständig wieder nach Deutschland gebracht wurden. Anhand der schwierigen Zugänglichkeit zu diesen Akten für Historiker, kann man auf ihre Brisanz schliessen. Aufgrund dieser Verbleibsgeschichte ist es nicht ausgeschlossen, dass die darin enthaltenen Informationen evtl. zur Erpressung hochrangiger Politiker aus der ehemaligen DDR verwendet wurden. Dies ist zwar eine reine Spekulation, jedoch wert einen Gedanken daran zu verlieren. Es würde zumindest die Hörigkeit bestimmter CDU-Politikerinnen gegenüber den USA in den letzten Amtsperioden erklären.
Mehr über die Rosenholz-Akten
6) Gaucks persönliche Einstellung. Seine Arroganz wurde von der Journalistin Daniela Dahn in einem Junge Welt-Interview ganz gut dargestellt.
Quelle: JungeWelt über Daniela Dahn

Antikommunismus gemeinsamer Nenner: Vier Bundestagsparteien votierten für Präsidentschaftskandidaten der Eliten. Ein Gespräch mit Daniela Dahn
Interview: Gitta Düperthal

CDU, FDP, SPD und Grüne setzen einhellig auf den fundamentalen Antisozialisten Joachim Gauck als Bundespräsidenten. Wie beurteilen Sie diese Kandidatenkür – hat eine Gleichschaltung aller vier etablierten Bundestagsparteien zur kapitalistischen Einheitspartei stattgefunden?

Diese gemeinsame Begeisterung ist in der Tat atemberaubend. Am wenigsten überrascht war ich bei der FDP, da fragte man sich eher, weshalb diese Partei nicht schon bei der letzten Abstimmung bemerkt hat, daß Freiheit für Joachim Gauck meist die Freiheit der Eliten ist, besonders der Wirtschaft. Für Hartz-IV-Empfänger findet er nicht so warme Worte. Die Freiheit des Leiharbeiters ist nicht sein Thema. Überraschter war ich eher von Angela Merkels Kehrtwende. Denn sie hat doch offensichtlich erhebliche inhaltliche Differenzen mit Gauck, wie sie ja in einem Nebensatz auch andeutete. Eine davon ist vermutlich, daß sich Gauck herablassend über die vorgezogene Begrenzung der Laufzeit von Atomkraftwerken geäußert hat, was erstaunlicherweise die Euphorie der Grünen nicht trüben kann. Die Bedrohung der Umwelt ist kein Thema, das ihn interessiert. Am meisten hat mich schon immer die Unterstützung durch die SPD verwundert, denn kaum jemand hat die politische Instrumentalisierung der Stasi-Unterlagenbehörde so scharf kritisiert wie Sozialdemokraten. Sie haben sogar bei Eichborn »Das Gauck-Lesebuch. Eine Behörde abseits der Verfassung?« herausgegeben. Das vereinigende Band ist offenbar, was der Sozialdemokrat Günter Gaus einmal den pathologischen Antikommunismus der Bundesrepublik nannte.

Wird er ein Präsident für alle werden können, obwohl er beispielsweise die »Occupy«-Bewegung mit ihrer Kapitalismuskritik für »unsäglich albern« hält?

Da die »Occupy«-Bewegung von sich sagt, »Wir sind 99 Prozent«, dürfte es da ein kleines Problem geben. Aber das wird ein pathetischer Rhetoriker schon meistern. Gauck war schon immer ein Taktiker.

Das Erwerbslosenforum Deutschland hält Gauck für einen »arroganten Oberlehrer«, weil er Hartz-IV-Kritiker als töricht und geschichtsvergessen bezeichnet hat …

Der »Präsident der Herzen aller« ist eine Erfindung eines beispiellosen Medienhypes. Gauck hat schon viele Gruppen vor den Kopf gestoßen, die Friedensbewegung, die Gegner der Agenda 2010. Auch der Begriff »Intellektueller« klingt bei ihm oft herablassend.

Ist diese Kandidatenauswahl als gemeinsames Bollwerk gegen die Partei Die Linke zu verstehen?

Es war eine Gelegenheit zu demonstrieren, daß Die Linke eine zu vernachlässigende Größe ist. Insgesamt ist seine Kandidatur aber ein Ruck in Richtung Verbesserung der Diskurshoheit der Konservativen zuungunsten vieler linker Ansätze. Das werden die Grünen und auch die Sozialdemokraten, die laut Parteiprogramm immer noch einen Demokratischen Sozialismus anstreben, noch zu spüren bekommen.

Werden die Grünen mit ihrer eigenen Klientel ein Problem bekommen, weil sie für Gauck votieren, der dem früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin attestierte, mit seinen Thesen »Mut bewiesen« zu haben? Claudia Roth hatte hingegen sein fremdenfeindliches Gedankengut kritisiert.

Nicht nur die Grünen. Ich war dabei, als Sigmar Gabriel im Willy-Brandt-Haus erklärte, er werde persönlich auf den Ausschluß Sarrazins aus der SPD bestehen. Das war damals sein Mut. Politisches Gedächtnis ist sehr kurzlebig, auch das der Wähler. Insofern wird die investigative Presse auch bei diesem Präsidenten nicht zur Ruhe kommen.

Betrifft das nicht auch Gaucks Glaubwürdigkeit als DDR-Bürgerrechtler?

Wie zu hören ist, hat der letzte DDR-Innenminister, Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel, vorm Landgericht Rostock einen Prozeß gegen Gauck gewonnen, in dem dieser verbieten lassen wollte, ihn »Begünstigten der Staatssicherheit« zu nennen. Auf Bitten der evangelischen Kirche hat sich der Katholik Diestel dann wohl bereit erklärt, den Streit auf sich beruhen zu lassen. Es müßte nun zum Beispiel »gewulfft« werden, was an dem im Internet kursierenden Gerücht dran ist, daß Gauck mit Hilfe der Stasi zu DDR-Zeiten einen VW-Kleinbus bekommen hat. Sollte das stimmen, würde das schwerer wiegen als Übernachtungen bei Filmproduzenten. Allein die Vorstellung, daß diese Art von Debatten auch mit dem neuen Präsidenten weitergehen wird, ist sehr unbehaglich.

(Artikel Ende)

 

(Dies war nur eine kleine Übersicht über die Person Gauck. In Verbindung zu der gerade beschlossenen Wahl Steinmeiers, sollte klar sein, dass nur politisch absolut etablierte Ja-Sager für die Wahl zum Bundespräsidenten in Frage kommen. Es wäre absolut notwendig, dass die Wahl des höchsten representierenden Deutschen in die Hände der Bürger gelegt wird.)

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