Der lange Nachhall des G36

In einem der ersten Beiträge dieser Website beschäftigte ich mich mit den illegalen Waffenexporten nach Mexiko, nachdem ich einen Vortrag des Journalisten Wolf-Dieter Vogel gehört habe (Hier gehts zu dem Artikel „Tödliches Geschäft“). Dass die Sache noch so eine Wendung nehmen und gegen einige der damals an der Aufklärung dieser Sache beteiligten Jornalisten ermittelt würde, hätte ich nicht gedacht. Hier der Dokumentarfilm, dessen Macher nun vor Gericht angeprangert werden, für den auch Wolf-Dieter Vogel interviewt wurde und nachfolgend ein Artikel zu den Ermittlungen.

wolf-dieter vogel

film-swr „Der Meister des Todes“. Foto: SWR

Stuttgart – Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft geht gegen ein Team von Journalisten vor, die an der Aufdeckung illegaler Rüstungsexporte beteiligt waren. Wie der Behördensprecher Jan Holzner bestätigte, haben die Strafverfolger Ermittlungen gegen mehrere Medienschaffende eingeleitet. Man prüfe, ob die Veröffentlichung interner Dokumente strafbar sei, erklärte er. Die Vorwürfe richten sich gegen Autoren der Dokumentation „Tödliche Exporte – Wie das G36 nach Mexiko kam“, einer Produktion des SWR und des Bayerischen Rundfunks, die im vergangenen September im Rahmen eines Themenabends in der ARD ausgestrahlt wurde. Betroffen sind auch eine Webdokumentation sowie Beiträge in politischen Magazinen. Für das Gesamtprojekt wurde das Team des Münchner Filmemachers und Regisseurs Daniel Harrich mit dem diesjährigen Grimme-Preis für besondere journalistische Leistungen ausgezeichnet. Darüber hinaus ermitteln die Behörden auch wegen des Buches „Netzwerk des Todes“, das im Heyne-Verlag erschienen ist.

Stuttgarter Zeitung, 27. April 2016

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6 Antworten zu Der lange Nachhall des G36

  1. Nilzeitung schreibt:

    Toll Beitrag

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  2. Pingback: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft geht gegen ein Team von Journalisten vor | nz

  3. brandy99 schreibt:

    Noch nie war beliebt, wer die Decke vom Dreck zieht. Aber diejenigen zu verfolgen, die illegale Machenschaften aufdecken, das ist wieder eine andere Dimension.

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