„Stoppt Propaganda jetzt“- BILD dir deinen SPIEGEL

Das Titelbild der Spiegelausgabe zeigt eine Auswahl der Opfer des Flugzeugabsturzes der MH17, jeweils mit dem Namen und Todesdatum darunter. 17.7.2014. Auf den Fotos sind die unterschiedlichsten Menschen zu sehen: von jung bis alt, verschiedene Nationalitäten, der „nerdige Typ“, die Businessfrau, der Familienvater. Zentral springt die signalfarbende, große Schrift ins Auge: „Stoppt Putin jetzt!“. Nahezu automatisch ergibt sich die Assoziation, dass Putin für den Tod dieser Menschen verantwortlich ist. Für den Tod ganz normaler Menschen, wie du und ich. Die hat er auf dem Gewissen. Dieses Monster.

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Dass zum Erscheinungszeitpunkt dieser Spiegelausgabe, noch keine aufklärende Untersuchung abgeschlossen wurde, was bis heute der Fall ist, spielte keine Rolle. Die gleichgeschaltete Presse forderte schließlich schon seit längerem, diesen Tyrannen aufzuhalten. „Wer stoppt Putin?“ fragte die BILD ihre Leserschaft. Vor Putin, dem „Brandstifter“ wurde im Spiegel früh genug gewarnt. Nun, da Menschen sterben mussten, war das Vorgehen gegen den Diktator überfällig. Und die deutsche Regierung ging den Forderungen nach. Mit Sanktionen.

Leichtsinniger Umgang mit Sanktionen kann gefährlich sein. Ihre tödliche Wirkung auf die Bevölkerung zeigte uns der Zeitraum zwischen 1990 bis 2003 im Irak, in dem rund eine Million Kinder an Unterernährung, und mit ihr assoziierte Krankheiten, die zuvor in irakischen Krankenhäusern unbekannt waren, starben. Auch Kuba, der Iran und Nordkorea hatten keine rosigen Zeiten, als sie vom Markt ausgeschlossen wurden. Sanktionen können außerdem dazu beitragen die Unzufriedenheit der Bevölkerung anzustacheln, was im Extremfall zu einem „Regime Change“ führt. Was im Falle Russlands in Washingtoner Kreisen wahrscheinlich gewünscht ist. Putin ist gewiss kein „lupenreiner Demokrat“, wie Gehard Schröder ihn gerne betitelt. Aber das was sich rechts der derzeitigen Regierung befindet ist definitiv nicht wünschenswert. Und welche Kreise von der Unzufriedenheit der Bevölkerung profitieren, ist spätestens seit der NSDAP bekannt. Meistens ist es rechts, wenn man von Ausnahmen wie derzeit in Griechenland absieht. Sanktionen im Verbund mit dem jetzigen Tiefstand der Ölpreise, der Export von Öl ist die Haupteinnahmequelle des Landes, könnte Russland in eine tiefe Krise stürzen und diese Gruppierungen stärken.

Natürlich sind schlechte Erfahrungen mit Sanktionen kein Grund für unsere Presse sich zu mäßigen; die Überschrift des Leitartikels: „Ende der Feigheit- Europa muss Putin für den Abschuss von Flug MH17 zur Rechenschaft ziehen“ zeigt ganz klar die Intention unserer Pressevertreter. Welche typischen Propagandatechniken sich die deutsche Presse bedient, und warum sich der Spiegel zum „Boulevardblatt“ entwickelt hat und zu einem „BILD für Möchtegernintelektuelle“ geworden ist, soll die Zerlegung des Spiegelberichtes vom 28.07.2015 exemplarisch zeigen. Festhalten können wir, dass der Schuldige für den Absturz nicht gefunden wurde. Dass es jemand in Auftrag gegeben haben könnte, beispielsweise ein steinreicher Oligarch, der von der Hetze gegen Putin profitiert, stand gar nicht erst zur Debatte. Für unseren Medienwald stand der Schuldige schon lange fest. Gefestigt wurde die Beschuldigung ernsthaft mit amerikanischen Geheimdienstaussagen, eine Quelle der ich nicht einen feuchten Furz glauben würde, und, es kommt noch besser, Twitterbeiträgen.

Der Artikel wird mit den Worten „Die Absturzstelle von Flug MH17 ist ein Albtraum, der Europa heimsucht. Noch immer liegen Leichenteile zwischen Sonnenblumen.“ eröffnet. Damit wird ein Überblick über das angerichtete Blut- bzw. Brandbad gegeben. Hier haben wir eine klassische Propagandatechnik á la Göbbels, wie er es nicht besser hätte machen können. Schaffe ein Bild, dass eine schöne Sache mit etwas Grauenhaftem verbindet, und nenne anschließend den „Verantwortlichen“. Diese Methode konnte man schon 1999 erleben, als der deutschen Öffentlichkeit vorgelogen wurde, die serbische Regierung habe ein Fußballstadion in ein Konzentrationslager umgewandelt. Fußball ist für die Deutschen etwas Schönes, Konzentrationslager lassen einen innerlich reflexartig zusammenzucken. Ein Effektverstärker wie er im Lehrbuch steht.

„Hier, in der ostukrainischen Einöde, hat sich Putins wahres Gesicht gezeigt.“ Es wird uns gezeigt, dass Putin nicht der erfolgreiche Olympiaveranstalter ist, wie er sich in den Monaten zuvor präsentiert hat. Er ist nichts anderes als ein Mörder. Dass Putin „der Böse“ ist, wird hier als Fakt dargestellt und so soll es sich auch in unsere Gehirne einbrennen. Mit jemandem, der so viele Menschen auf dem Gewissen hat, braucht man doch auch nicht zu reden, oder? Sanktionen sind da deutlich sinnvoller.

„Der russische Präsident steht enttarnt da, nicht mehr als Staatsmann, sondern als Paria der Weltgemeinschaft.“ Paria, abgeleitet aus dem tamilischen „Paraiyar“ bedeutet „Angehöriger der untersten Kastengruppe“. Es soll deutlich machen, dass Putin nun als Ausgestoßener in der Weltgemeinschaft gilt. Das würde doch implizieren, dass keiner mehr mit ihm spricht. Stimmt es, dass die Brasilianer, die Chinesen, die großen Firmen, beispielsweise Siemens, nicht mehr mit ihm verhandeln? Auch der Iran galt als Paria, trotzdem kamen Abgeordnete aus 120 Ländern zu einer Konferenz nach Iran. In dem Fall hatte sich die USA selbst ausgestoßen. Ich wunder mich eigentlich nicht über solche Sprüche, da westliche Medien auch ein Bild, indem Putin alleine bei einem Treffen in Australien am Tisch sitzt, als Beweis dafür werten, dass dieser international isoliert ist. Dass es eine vorgegebene Sitzordnung gab und die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff nur von einem Kellner verdeckt wurde, muss man ja niemandem zeigen.

„Die Toten von Flug MH17 sind auch seine Toten, er ist für den Abschuss mitverantwortlich, und es ist nun der Moment gekommen, ihn zum Einlenken zu zwingen – und zwar mit harten wirtschaftlichen Sanktionen.“ Sollte hier nicht erwähnt werden, dass überhaupt Flugzeuge über dem Kriegsgebiet fliegen dürfen schon ein fahrlässiger Zustand an sich ist? Vielleicht wäre des Weiteren angebracht zu sagen, dass es auch andere Akteure gibt, die das Flugzeug hätten abschiessen können. Der ultimative Beweis, dass es Bilder gibt, in denen ein Buk-Abwehrsystem aus Russland ins Land geschleust wird, welches „mit einer fehlenden Rakete“ wieder raustransportiert wurde hat bis heute keinen Fuß. Sämtliche angebliche „Beweise“ die  vorlagen, hätte ein verpickelter 15-Jähriger Computernerd erstellen können. So ist es in unserer modernen Informationsgesellschaft: lieber sofort eine brüchige Information, als ein paar Stunden später, dafür vernünftig recherchiert. Hier ist interessant anzumerken, dass die amerikanischen Geheimdienste mittlerweile eingestanden haben, dass die damals vorhandenen „Beweise“, die natürlich niemals präsentiert wurden, keine Beweise waren, sondern nur Annahmecharakter hatten. Dies gepaart mit dem Wissen, dass amerikanische Satelliten die halbe Welt in HD aufnehmen können und laut Aussage der Geheimdienste auch Bildmaterial zu MH17 existiert, lässt die Frage aufwerfen, ob amerikanische Geheimdienste hier nicht vorsätzlich gelogen haben.

„Niemand im Westen zweifelt noch ernsthaft daran, dass das Flugzeug mit einem Buk-Luftabwehrsystem abgeschossen wurde, das die Separatisten höchstwahrscheinlich aus Russland erhalten haben.“ Niemand außer Tausende von Webusern, die unter Artikeln die einseitige Berichterstattung kritisieren. Einige Zeitungen, beispielsweise die Welt haben sogar ihre Kommentarfunktionen abgeschaltet, weil die meisten Kommentatoren im Internet unzufrieden mit der Arbeit der Journalisten waren und dies offen aussprachen. Umfragen ergaben, dass die meisten Deutschen den Berichterstattungen zur Ukrainekrise nicht trauen. 63 Prozent, laut dem NDR. Selbst der Programmbeirat des ARD kritisierte die Einseitigkeit seines Senders. Es scheint eine große Diskrepanz zwischen dem was Menschen denken und dem was Journalisten schreiben zu geben. In meinen Augen ein Trend weg von „Information für den Menschen“ zu „Information, um die Menschen zu beeinflussen“.

„Einer ihrer Anführer hat selbst zugegeben, dass sie über ein solches System verfügten, und die Indizienkette ist eindeutig.“ Zugegeben…auf Twitter. Und nahm es zurück. Absolut eindeutige Indizien. Kettenweise.

„Doch der Abschuss ist die direkte Folge davon, dass Russland die Separatisten in den vergangenen Wochen militärisch aufgerüstet hat.“ Oder vielleicht davon, dass der Westen das ukrainische Militär aufgerüstet hat und es nach wie vor tut? Ein Land, das sich finanziell kaum noch halten kann, vom IWF vollgepumpt werden muss, übrigens mit der Bedingung „[militärische] Kontrolle über den Osten zurückzuerlangen“ und trotzdem ihre Militärausgaben erhöht? Kein Wunder, der von Rache getriebene Präsident Poroschenko, der „Schokoladenkönig“, dem auch Waffenfabriken gehören (somit auch „Waffenkönig“), ist darauf aus, „für jeden toten ukrainischen Soldaten mit zwei Separatisten zu vergelten“. Nette Aussichten für einen baldigen Frieden.

„Während der Westen zunächst milde Sanktionen beschloss und „De-Eskalation“ forderte, eskalierte Putin den Konflikt immer weiter und wusch seine Hände zugleich in Unschuld: Stets bestritt er, hinter den Separatisten zu stehen.“ Sich vor Gesprächen zu verschließen wird hier als „De-Eskalation“ gewertet und Waffenstillstand mit der Ukrainischen Regierung zu fordern wird als „Eskalation“ gewertet. Natürlich kriegt man als Leser westlicher Presse nicht mit, dass Putin in seinen Reden Waffenstillstand und Gespräche forderte. Diese werden ja nur zu Teilen gezeigt und dann völlig umgedeutet. Dass der russische Präsident nicht zu der Jubiläumsfeier der Befreiung von Auschwitz eingeladen wird, also der Präsident des Landes, welches Auschwitz befreit hat, ist ein weiterer Nachschlag westlicher „De-Eskalation“. Die Sowjetunion hatte bis zur Befreiung Deutschlands seit Kriegsbeginn 27 Millionen Tote zu beklagen. Stattdessen wird als Redner nun wahrscheinlich Bundespräsident Gauck, der auf der Münchener Sicherheitskonferenz mehr „globale Verantwortung Deutschlands“ verlangte und angekündigte, auftreten. Dazu muss gesagt werden, dass die Münchener Sicherheitskonferenz  eine Lobbyveranstaltung der Waffenindustrie ist und keineswegs die Welt „sicherer“ machen will. Je „unsicherer“ die Welt, desto mehr Profit streichen die Veranstalter ein. Gauck, Steinmeier und Uschi sorgen zur Erleichterung der Waffenlobby dafür, dass Deutschland global mehr[militärisches] Engagement auf der Welt zeigen wird.

„Dieses Gespinst aus Lügen, Propaganda und Täuschung ist nun aufgeflogen.“ Hier spricht der Spiegel anscheinend von sich selbst.

„Selbst nach dem Mord an 298 Menschen kam von Putin kein Wort der Distanzierung, der Entschuldigung.“ Ich würde mich auch nicht für etwas entschuldigen, was andere denken, dass ich es getan habe. So wie es hier steht, hat Putin den Mordbefehl gegeben. Dass er kurze Zeit nach dem Absturz seine Trauer bekundete, wird nicht erwähnt.

„Deshalb ist es richtig, dass sich die Vertreter der 28 EU-Mitgliedsländer vergangene Woche grundsätzlich auf harte Sanktionen gegen Russland geeinigt haben.“ Danke Spiegel, dass du meine Meinung BILDest. Über die möglichen verheerenden Folgen von Sanktionen habe ich ja bereits gesprochen.

„Entscheidend ist nun, dass die EU-Staaten die Maßnahmen diese Woche auch wirklich in vollem Umfang beschließen, um Russlands Wirtschaft zu treffen, und sie, wenn es nötig sein sollte, noch ausweiten.“ Es gibt um die 600 deutsch-russische Firmen, was also eine Sanktion gegen sich selbst bedeutet. Es wird ständig darüber gefaselt, dass wir „nicht abhängig von russischer Energie sein dürfen.“ Kann mir mal jemand erklären, was an Abhängigkeit von Ölbaronen aus Katar oder von Frackinggas aus USA besser sein soll? Wenn Vizepräsident Biden davon spricht, dass die US-Regierung die EU gezwungen hat, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, tut sich doch der Verdacht auf, dass, wie immer, wirtschaftliche Interessen im Spiel sind. Die deutsch-russische Partnerschaft hat so lange gut funktioniert, siehe die Nordstream-Pipeline an der Nordsee, und wird innerhalb kürzester Zeit in den Eimer geworfen. Das zwingt die Russische Förderation dazu sich mehr an den Osten zu binden, an den Riesen China.

„Wer harte Maßnahmen verlangt, um Russland zum Einlenken zu bewegen, ist kein Kriegstreiber.“ Nein, aber wer dazu aufruft macht sich der Kriegstreiberei verdächtig liebe Spiegelredakteure.

„Der Einzige, der seinen Krieg in der Ukraine bisher ungehindert vorantreibt und seit der Annexion der Krim den Frieden in Europa aufs Spiel setzt, ist Russlands Präsident.“ Sich mit „Heil Hitler“ grüßende, in die Regierung geputschte Faschisten zu tolerieren, Politiker, die auf die gleiche korrupte Art und Weise wie der ehemalige Präsident Janukowitsch zu Oligarchen wurden, zu fördern, und einen rachsüchtigen Präsidenten bedingungslos zu unterstützen… Setzt das etwa nicht den Frieden Europas aufs Spiel?

„Seine Herrschaft basiert bislang darauf, dass er die Eliten mit gut gehenden Geschäften ruhigstellt.“ Nach Max Weber ist die sozialwissenschaftliche Bedeutung des Wortes „Herrschaft“, „die Chance, für einen Befehl bei angebbarer Person Gehorsam zu finden“. Als Herrscher werden Monarchen bezeichnet. Ist die Wortwahl bewusst gewählt, um mit dem Präsidenten Russlands bloß keine demokratischen Ansätze zu assoziieren?

„Für die Sanktionen wird Europa, werden auch wir Deutschen sicherlich einen Preis zahlen.“ Nach dem „Masterpiece of Propaganda“ ist aber natürlich jeder bereit diesen Preis zu bezahlen.

„…aber der Preis wäre ungleich höher, wenn der Zyniker Putin seine völkerrechtswidrige Politik ungehindert fortsetzen könnte: Der Frieden und die Sicherheit in Europa wären dann in ernster Gefahr.“ Pure Objektivität im Leitartikel. Zyniker ist, wer „oft bewusst die Gefühle anderer Personen oder gesellschaftliche Konventionen missachtet“. Hier soll wohl abrundend gezeigt werden, dass Herr Putin mit seinem Verhalten auf die Toten spuckt.

Vielleicht täusche ich mich. Vielleicht ist diese Art von Berichterstattung, gegen eine Person zu hetzen und ein Feindbild zu erschaffen, ganz normales journalistisches Vorgehen. Kampagnen gegen einzelne Personen kommen schließlich fast in regelmäßigen Abständen vor: Hussein, Gaddafi, Asad, Putin…  Für mich hat das ganze aber eine boulevardistische Note und BILDähnliche Züge. Als skeptischer Leser frage ich mich, ob das mit den Personalwechsel auf mehreren Ebenen zwischen den beiden Gazetten zu tun haben könnte. So wechselte z.B. der ehemalige stellvertretende Chefredakteur des Springer-Verlages, Nikolaus Blome, „einer der profiliertesten politischen Journalisten Deutschlands“, zum Spiegel-Verlag und wurde dort stellvertretender Chefredakteur und Leiter von Spiegel Online in der Berliner Redaktion. Der Spiegel ist übrigens das wöchentlich erscheinende Blatt mit den meisten Auflagen und der Springer-Verlag kommt fast auf ein Viertel der gekauften Zeitungen in Deutschland. Zusammen haben sie also einen beachtlichen Einfluss auf die Meinungsbildung der Bürger. Aus wissenschaftlichen Studien lässt sich entnehmen, dass der Mensch gerne im Strom schwimmt. Wenn eine Information in allen Informationskanälen der Mainstreampresse präsentiert wird, fällt es dem Einzelnen schwer, sich gegen das Meinungsbild zu stellen und tendiert zu der Mehrheitsmeinung.

In der Nachkriegszeit stand Deutschland unter Kontrolle der Aliierten Mächte. Ohne der finanziellen Unterstützung deutscher Behörden durch den Marshall Plan hätte Deutschland bei Weitem nicht so eine erstaunliche wirtschaftliche Genesung erfahren. Die in der Nachkriegszeit entstandenen Zeitungsredaktionen, darunter auch der Spiegel, wurden von amerikanischen Geldgebern und dem CIA mitfinanziert. 2012 kam in der Spiegel-Affäre raus, dass der BND jahrelang den Spiegel beeinflusst hat. Nun sollte die Frage erlaubt sein, in wie fern die Rotze aus Übersee in die deutsche Presse gemischt wurde und wird? Die enge Kooperation zwischen BND und NSA sollte jedem seit den Snowden-Enthüllungen bekannt sein. Mich schauderts davor die Spiegelausgabe vom 20.11.2006 zu lesen. „Die Deutschen müssen das Töten lernen“, in Bezug auf den Krieg in Afghanistan, kommt mir in Anbetracht der möglichen Beeinflussung durch Washington sehr verdächtig vor.

Viel zu selten lässt sich erleben, dass der Tod von Menschen nicht politisch instrumentalisiert wird. Die Absturzstelle der MH17 wurde durch Separatisten geplündert, berichtete die Presse. Ein Foto auf dem ein Teddybär aus der Absturzstelle durch einen Separatisten in die Luft gehalten wird, der die Toten verhöhnt, wird in mehreren Kanäle gesendet. Dass besagter Milizionär sich bekreuzigte, seinen Hut abnahm zum Zeichen seiner Trauer und der Welt zeigen wollte, dass in dem Krieg nun auch Kinder sterben, wird selbstverständlich nicht erwähnt. Presse hat lange nicht mehr die Aufgabe, Politiker zu kontrollieren. Presse wurde zum Lautsprecher der Politik. Es wäre an der Zeit, dass in der nächsten Spiegelausgabe der Titel: „Stoppt Propaganda jetzt“ gewählt wird und eine Debatte über den Stand unserer subjektiven Presse entflammt.


Der Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/spiegel-titel-zu-putin-in-eigener-sache-a-983484.html

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