Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir den Frieden herbei

In letzter Zeit tümmeln sich immer mehr Menschen auf den Straßen, die meinen eine ganze Glaubensgemeinschaft und somit 1,2 Milliarden Menschen, diffamieren zu müssen. Diese Entwicklung geht mit einem Rechtsruck in Europa einher. „Ganz normale Leute“ fühlen sich derzeit angesprochen, von den ideologischen Ansichten von braunen Rattenfängern. Wer sich dermaßen laut gegen „Kanacken und Kopftuchaishen“ ausspricht, weil er die Islamisierung des Abendlandes fürchtet, sollte sich zunächst einmal die Frage stellen, in wie weit er selbst durch sein Schweigen dazu beisteuert, dass diese massiven Migrationswellen, überwiegend aus Krisengebieten Nordafrikas und des Mittleren und Nahen Ostens, nicht nur die Europäischen Länder überschwemmen. Schauen wir uns doch mal das immer brauntönigere Stadt- und Landbild Europas an.

Nie wieder Krieg in Europa, sagten unsere Großeltern und waren längst nicht die Ersten, die dieses anscheinend unrealistische Vorhaben äußerten. Dass über 20 Prozent der Ungarn einer Partei ihre Stimme geben, die als Grund für ihre schlechte Situation die „jüdische Finanzwirtschaft“ sieht ist für europäische Verhältnisse nichts Neues. Wir können die demokratische Wahlentscheidung eines Nachbarlandes nicht großartig beeinflussen. Wir können aber zur Kenntnis nehmen, dass Menschen anscheinend einen altbekannten fehlgeleiteten Trend nachgehen, der reflexartige Formen annimmt, anderen die Schuld für die eigene Misere in die Schuhe zu schieben. Das Schuldlamm wird natürlich immer in dem Fremden gesucht, niemals in den eigenen Reihen.

Die Erstarkung von Rechts, sei es UKIP in Großbritannien, Front Nationale in Frankreich, Goldene Morgenröte in Griechenland, Wahre Finnen in Finnland, AFD in Deutschland und viele andere Parteien und Bewegungen, gibt spätestens seit den Europaparlamentswahlen Anlass zu Bedenken. Der Gipfel der Nazifizierung vollzog sich hingegen schleichend in der Ukraine, wo Faschisten, die sich ganz offen einer rechten Ideologie verschrieben haben, als bewaffneter Arm eines Putsches zum Einsatz kamen. Während wir, der Westen, wie schon bei den Demokratisierungsversuchen des „Arabischen Frühlings“ mit Hoffnung gen Osten blickten, wo die korrupten Mauern eines ganzen Landes vom Maidan ausgehend eingerissen werden sollten, bewarfen vor Ort ein paar Faschos, die sich auf die kleine Zahl 2500 beschränkt, Polizisten mit Mollis, stürmten russophobe Schläger Fernsehstudios, um ein paar „Russenfreunde“ so richtig zu verkloppen und liefen Maskierte mit Knarren durch die Gegend, die später als mit Hakenkreuzen bemalte Freiwillige im Anti-Terror-Kampf gegen die eigenen Landsleute ihre Rolle spielen sollten. Schon komisch, dass bei all dem Chaos die westlichen Kameras stets auf Klitschkos Visage gerichtet wurden und nur die friedlichen Demonstranten gezeigt wurden. Fragwürdig war auch, dass mit dem Parteichef der rechtsextremen SWOBODA-Partei, Oleh Tjahnybok, ein Mann, der Im Jahre 2004 noch dazu aufgerufen hat, sich „Gewehre zu schnappen und Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und anderen Unrat zu bekämpfen“, händeschüttelnd mit westlichen Politikern als gleichrangiger Demokrat wahrgenommen wurde. Auch war nicht von Interesse, dass derselbe Herr am Rednerpult auf Parteitagen seinen Arm zum Gruße Cäsars erhob. Beziehungsweise zum Gruße Hitlers, da wir ja in der Neuzeit leben. Als Belohnung für die harte Arbeit auf dem von Blutlachen getränktem Felde namens Maidan, bekam seine Partei schließlich ein paar Ministerposten in der Übergangsregierung geschenkt, die in dieser Zeit fröhlich ihre volksverhetzenden Propagandamaschienerie in den Ukrainischen Medien ausfahren konnten. Eine Tatsache die von Osteuropaexperten klein geredet wird.

Groß war die Aufregung in unserer Presse, als Scharfschützen auf dem Maidan auf Demonstranten beider verfeindeter Lager schossen. Ein Blutbad, das übrigens die durch Steinmeier und Konsorten mit Ex-Präsident Janukowitsch ausgehandelten Neuwahlen vollständig untergrub. Klein war die Aufregung hingegen, als in Odessa mindestens 48 Menschen unterschiedlichen Alters in einem Gewerkschaftshaus skrupellos verbrannt wurden. Dieser Umstand bekam in der Presse den Stellenwert einer Meldung, ein Aufschrei blieb vollkommen aus. Natürlich muss man sich die Vorgänge, die am Tage des Massakers, dem Straßenkämpfe mit einem Toten und einigen Verletzten vorausgingen, genauer anschauen. Aber wen freut es nicht zu hören, dass in Europa erstmals seit 75 Jahren wieder Nationalisten aus der Hauptstadt entsendet werden können, die gegen Faschismus in der eigenen Regierung demonstrierende Menschen kaltblütig ermorden können und unbeschadet davonkommen? Die Tatsache, dass eine sachgerechte Untersuchung ausblieb, lediglich eine Feststellung einer Untersuchungskommission, die zum Schluss kam, die Demonstranten hätten sich selbst in Brand gesetzt, und kein Täter auf der Anklagebank landete, ist sicher dem Umstand geschuldet, dass die neu reingeputschten Verantwortlichen in der Regierung dieser im Wege standen.

Hier haben wir ihn, den neuen Grundtonus in Europa. Der Preis für die Demokratie, der die Friedensvorstellung unserer Vorfahren vollkommen untergräbt. Er hat sich auf meinem rechten, rechten freien Platz gesetzt und hat sicherlich nicht vor, diesen mit seinem fetten rassistischen Arsch in naher Zukunft wieder zu verlassen.

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