Auftrags“selbst“mord in der Ukraine- Teil 2

(die Quellennachweise werden im letzten Teil der Serie gebündelt nachgereicht, weil ich den Artikel vor längerer Zeit angefangen und versäumt habe für Ordnung zu sorgen. In nachfolgendem Artikel überwiegend nur Querverweise zu weiteren Grübelstübchen-Texten)

Sterben… und sterben lassen“ – So oder ähnlich heißt es im Volksmund

Wo in den letzten Jahren viel gestorben wurde, und nach wie vor wird, ist die Ukraine. Das Land, welches vor fast drei Jahren die „Demokratie“ bekam, als Junge und Alte, Männner und Frauen, die ganze Bandbreite der ukrainischen Bevölkerung, sich auf dem „Maidan“ für den zivilisatorischen Fortschritt einsetzte. So zumindest das medial projizierte Bild in den westlichen Medien. Wie sich schon währenddessen jenseits der Röhre andeutete, aber nach und nach immer weiter erhärtete,  handelte es sich weniger um Demokratie und Fortschritt, als um einen mit großer Wahrscheinlichkeit von den USA angeschobenen wenn nicht gar durchgeführten Putsch, welcher dem Land nur eine neue korrupte Oligarchenschicht und eine Wiederbelebung des radikalen Nationalismus und Faschismus, und das mitten in Europa, einbrachte. Der Grundton in der deutschen Medienlandschaft trotzdem: das Land trieb in den Fortschritt.

Wer starb? Das haben wir im ersten Teil der Serie erfahren (siehe „Auftrags“selbst“mord in der Ukraine- Teil 1“ ). Ihre Vornamen waren Valentina und Olga, Sergej, Stanislaw und Alexej… Ein misslungenes Attentat, zehn tote Politiker der Partei der Regionen, fünf tote Medienschaffende, welche von den Behörden auffallend häufig mit Selbstmord diagnostiziert wurden. Der zweite Teil der Serie versucht den zweiten Teil des Ausspruchs, nämlich „sterben lassen“ , zu beantworten: „Wer lies sterben?“ . Weiterlesen

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Regierung Obama und Clinton – Die Schlange im Paradies

Schulden zu nehmen ist ökonomisch gesehen, nämlich in Rahmen von Investitionsprogrammen, gut. Dies mag für einen Deutschen unter Umständen schwer zu glauben sein, schliesslich hat sie oder er als obersten Beamten für Finanzen einen Schäuble sitzen, der unablässig von einer „Schwarzen Null“ quasselt und damit einen weitflächigen Verfall öffentlicher Schulen und Straßen in Auftrag gibt. Ab einer gewissen Höhe sind Schulden jedoch absoluter Käse. Verschuldet sich eine Generation immens und sorgt dabei nicht für ausreichende Verbesserungen, welche auf Dauer Geld einnehmen und die Lebensbedingungen verbessern, schiebt sie die Schuld an die nächsten Generationen weiter und erschafft auf diese Weise etwas ähnliches, was schon in den ersten Seiten der Bibel beschrieben steht: Erbsünden. Um diese loszuwerden werden noch ungeborene Kinder schuften müssen was das Zeug hält und auf gepflegte Straßen und Schulen verzichten, während sie dabei zuschauen können, wie die Schuldenuhr trotz dessen aufgrund von Zins und Zinseszins unablässig in die Höhe donnert.

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Die Schuldenuhr nach ungefähr  3 Jahren Obama. Innerhalb der nächsten 5 Jahre sollten sich die Schulen verdoppeln. Bildquelle: https://www.sociobilly.net/2011-08-05/staatsverschuldung-wegen-nachfragelucke/

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Erkenne und verändere dich selbst!

Erkenne dich selbst! „…Im alten Griechenland suchten die Leute das Orakel auf, um herauszufinden, welches Schicksal sie erwartete oder wie sie sich in einer bestimmten Situation verhalten sollten. Es ist anzunehmen, dass die meisten Besucher die Worte beim Eintritt in den Tempel lasen, ohne sich bewusst zu sein, dass sie eine viel tiefere Wahrheit enthielten als alles, was ihnen das Orakel sagen konnte.“

Zwei bis drei Jahrtausende später: „Erkenne dich selbst“ und „Verändere dich selbst“.

Diese zwei Sätze bergen großes Potential. Sie können die Welt verändern. Sie können die Welt zu einem besseren Ort machen. Sie können die Menschheit aus dem riesigen Schlamassel herausholen, in welches sie durch die Menschen gebracht wurde. Diese Worte in Taten umgesetzt, könnten sogar der einzige Weg sein, dauerhaft aus der derzeitigen Misslage herauszukommen. Weiterlesen

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Ein Emirat, Zwei Emirate, drei…

Wenn irgendwo, scheinbar aus dem Nichts, eine Terrororganisation entsteht, sind alle schockiert und empört. Fragen wie: „Wie konnte das passieren?“ werden schon nach kurzer Zeit überschattet von „Wie kann man nur so grausam sein?“ oder „Wir müssen sie bekämpfen! „. Weiterlesen

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Was bleibt von Kriegen übrig?

…Diese Frage, lieber Leser, stellten sich Karin Leukefeld und ihr Kollege Markus Matzel, sie kamen zu dem Schluss: Zerstörung, Leid, Krankheiten und Missbildungen. (Siehe Doku am Ende des Beitrags, Schluss von mir gedeutet)

Neben toxischem Uranstaub schwirren in ehemaligen und aktuellen Kriegsgebieten noch andere Teilchen fröhlich in der Gegend herum. So z.B. Blei.

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White Helmets – für den Nobelpreis nominierte Terroristen?

(Achtung, einige Bilder dieses Beitrags sind nichts für Menschen mit schwachen Nerven) Die White Helmets sind eine „humanitäre Hilfsorganisationen in Syrien“ (Wiki), die auch unter dem Namen Syria Civil Defense agiert. Man erkennt sie an ihren weißen Kleidern und insbesondere an den weißen Helmen.

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Aufgrund ihrer Tapferkeit und ihres Mutes in dem Syrischen Bürgerkrieg, wurden die White Helmets für den Nobelpreis nominiert. Auf der Nobelpresseite wird die Leistung der Helmets beschrieben:

„The White Helmets wake up every day to save the lives others are trying so hard to take. These volunteer rescue workers have saved 60,000 lives in Syria and for that, they are under constant attack. Unarmed and impartial, they have just been nominated for the 2016 Nobel Peace Prize. Stand in solidarity with them.“

Diese Leistung verdient Respekt und soll nicht runtergeredet werden. Doch da ein begründeter Verdacht besteht, dass es sich bei den White Helmets nicht um eine humanitäre Nicht-Regierungsorganisation handelt, sondern um ein (parteiisches) Instrument im Syrienkrieg, oder sogar um einen Teil einer Terrororganisation, muss die Rolle der White Helmets in Syrien kritisch beleuchtet werden. Es muss hinter die Selbstdarstellung (Link zu Twitter) geschaut werden. Weiterlesen

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Sonderausgabe der „Radioactive Times“

…zu lesen auf „Prezi“.

https://prezi.com/kliqgsc5xpif/radioactive-times/?utm_campaign=ending-bar-tryout&utm_medium=ending-bar&utm_source=prezi-view

Prezi.png

 

 

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10.000 vermisste Kinder *klick*/*umblätter*

Diese bürokratische Gleichgültigkeit kann nicht unsere moralischen Standards bestimmen. Wenn ein Hund verloren geht, verbreiten die Menschen dringliche Nachrichten auf ihren Facebook-Seiten. Doch wenn wir der größten Anzahl von vertriebenen Kindern seit dem Zweiten Weltkrieg begegnen, gehen wir in einer Unzahl von [bürokratischen] Institutionen unter. Das ist eine Schande.“- Hilde Vautmans (übernommen aus NDS, Link siehe unten)

 

Stimmt was nicht mit mir?

Warum wusste ich von den 10.000 vermissten Flüchtlingskindern in Europa und habe mich nicht empört?

Hab ich mich nicht empört? Ich erinner mich nicht mehr.

Aber ich erinner mich, dass ich über die 10.000 Kinder las.

Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich nicht empört hab.

Weil es ein Skandal ist.

Aber ich hab mich nicht empört. Ich hab weitergeklickt. Jetzt weiß ichs wieder. Weiterlesen

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Die Bundesregierung rät zur Katastrophenvorsorge…

…und die Medien berichten darüber. Welt, HuffingtonPost, Spiegel-Online, Südeutsche, Morgenpost, Nachrichten.de, und und und.

Die Nachricht verbreitet sich auch im Ausland. Anfragen aus der Verwandtschaft im Ausland erreichen mich: „Stimmt es, dass die deutsche Regierung zum Anlegen von Notreserven rät?„.

Über den Inhalt des 69-Seiten langen „Sicherheitskonzepts“ brauchen wir uns nicht zu unterhalten, dazu kann man besagte Zeitungsberichte lesen. Hier nur ein kurzer Gedanke zu dem Thema:

Handelt es sich um Panikmache oder um eine ernste Warnung vor einer Katastrophe? Weiterlesen

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Der entzückende Milan

(Facebook-Post vom Oktober 2015, hervorgekramt wegen dem german-foreign-policy-Artikel)

Unsere Kanzlerin Angelo Muerte ist „berührt“, dass Kurden ihre Kinder vermehrt Milan nennen, weil sie so „entzückt sind von der gleichnamigen Panzerabwehrrakete.“ Weiterlesen

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Wenn Friedhöfe nicht den Ansprüchen von dahergelaufenen „Konsumenten“ entsprechen…

… dann gibt’s eine schlechte Bewertung auf Google. Eine mittlere oder gute Bewertung von Friedhöfen kann dem Touristen bei der schwierigen Auswahl, bei der ganzen Reizüberflutung, die man in der besuchten Stadt so bewältigen muss, eine Stütze sein. Was würde man ohne einer scharfen Rezension des potentiellen Objekts der Begierde denn machen? …Sich verlaufen oder Gefahr laufen, „umsonst“ wohin gefahren zu sein. Und das darf nicht sein. Denn Zeit… Zeit… ist Geld!

St. Nikolai FreidhofSternenzahl noch nicht ermittelbar

„Den Friedhof muss man nicht unbedingt gesehen haben. „(2 Sterne) Weiterlesen

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„SUPERGAU“

Danach:

Unbenannt

Ambrosius Theis – BürgerInitiative gegen die atomare Bedrohung, Saarwellingen
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Flexibles Asylrecht? – Bedarfsanpassung des Asylrechts als politisches Mittel am Beispiel des Afghanistankonflikts in den 1980er Jahren

(Die volle Ausarbeitung gibt es hier. In der PDF-Datei gibt es noch keine Seitenzahlen und ein paar Rechtschreibfehler, welche bei Gelegenheit begradigt werden. Das hat damit zu tun, dass die ursprünglich fertige Version verlorengegangen ist und ich weite Teile mühsam rekonstruieren musste. Eine Lehre für die Zukunft. Nachfolgend die Einleitung und das Fazit) Weiterlesen

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Die Sonne fürs Leben, die Luft zum Atmen

Auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ steht ein riesiger LED-Bildschirm. Der Monitor zeigt den Sonnenaufgang, weil man die echte Sonne wegen des Smogs nicht mehr sehen kann…

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ChinaFotoPress / Getty Images, Time (Artikel)

An Touristenattraktionen werden Bilder von der Umgebung aufgestellt… weil man die Attraktionen wegen des Smogs nicht mehr sehen kann…

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Photo aus: Brisbane-Times

Wegen des Smogs kann man nicht nur `nicht sehen´, sondern auch `nicht atmen´. In der folgenden Photoreihe soll dies gezeigt werden. Weiterlesen

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Köpfung eines 13-jährigen Jungen durch US-finanzierte „moderate Rebellen“. ARD zeigt Michelle Obama, wie sie Beyoncé tanzt

„Sag uns, was er sich wünscht“.

„Erschossen zu werden, nicht geschlachtet“.

„Schlachte ihn!“

„Gib mir meine Waffe“.

„Warte, lass uns seinen Wunsch hören vor seinem Tod“.

Junge: „Erschossen zu werden“.

„Schlachten! Wir sind schlimmer als der IS“.

„Wo ist mein Messer Abo ali?“

„Ich habe das perfekte Messer, nur zum Schlachten“. (Geben sich Handschlag)

Dieser Dialog ereignete sich vor der Köpfung eines Jungen in der nordsyrischen Stadt Aleppo. Der Junge war zwischen elf und dreizehn Jahre alt. Die Hinrichtung wurde ausgeführt durch eine Gruppe, die sich Harakat Nour al-Din al-Zinki nennt. Die Gruppe gehört in die Sparte, die in unseren Medien gemeinhin „moderate Rebellen“ genannt wird (siehe „Western-made-failed-state und keine Sau interessierts„), sie wird durch die USA und die Türkei finanziell unterstützt und mit Waffen ausgerüstet… Weiterlesen

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Nach dem Maidan

Am 29. April diesen Jahres fand, organisiert durch die Rosa Luxemburg Stiftung/Peter-Imandt-Gesellschaft, ein Vortrag mit dem Titel „Nach dem Maidan“ in Saarbrücken statt. Die Referenten waren Dr. Alexander Antonyuk, Aliona Lyasheva und Taras Salamanyuk, welche für die in der Ukraine erscheinende Zeitschrift Spilne schreiben. Ihre Schreibmotivation ist es nach eigenen Angaben, zu einer linken Bewegung in der Ukraine beizutragen bzw. eine zu organisieren.

Der Vortrag ist dreigeteilt und zeigt die Situation der Ukraine aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Antonyuk ist Experte für Energiemärkte und arbeitet für eine Investmentbank in Luxemburg. Dementsprechend hielt er seinen Vortrag aus einer wirtschaftlichen Perspektive. Lyasheva ist Soziologin an der Universität in Mailand und sprach über die politischen Aspekte. Darauf anknüpfend hielt Salamanyuk, ebenfalls Soziologe in Mailand, seinen Vortrag aus gesellschaftlicher Sicht, er fokussierte sich dabei auf die Proteste vor und nach dem Maidan. Weiterlesen

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Kollektivschuld

…ein Gedicht von Wolfgang Bittner.

Wir haben es nicht gewusst,
Keiner hat es gewusst,
Keiner hat es wissen wollen,
Keiner wollte es wissen.
Selbst wer es hätte wissen können,
Hat es nicht wissen wollen,
Selbst wer es wissen konnte,
Wollte es nicht wissen.

So ist das gewesen,
Was hätten wir denn tun können,
Wenn wir nichts wussten?
Wir haben uns nichts vorzuwerfen,
Wir lassen uns auch nichts vorwerfen!
Einmal muss Schluss sein damit!
Damit haben wir nichts zu tun gehabt.
Damit haben wir nichts zu tun.

Wir haben es nicht getan,
Andere haben es getan,
Aber keiner hat es gewusst.
Nur die es getan haben,
Wussten etwas davon,
Aber sie wussten nicht was sie taten,
Sie taten es,
Sie taten es auf Befehl,
Was einem befohlen wird muss getan werden.

Wir sind unschuldig,
Uns kann keiner in den Schmutz ziehen,
Wir haben es nicht getan,
Und wir hätten es auch nicht getan,
Wir haben es nicht einmal gewusst,
Niemand kann sagen wir hätten es gewusst,
Wir haben es selbstverständlich auch nicht gewollt,
Niemand kann sagen wir hätten es gewollt.

Keiner hat es gewollt,
Und keiner hat es gewusst,
Manche haben es zwar geahnt,
Aber gewusst hat es in Wirklichkeit keiner,
Alle haben es nicht gewusst,
Alle haben es nicht gewollt,
Wer etwas hätte wissen können,
Hätte es auch nicht gewollt,
Wenn er etwas gewusst hätte,
Uns kann keiner etwas wollen.


(Aus: Wolfgang Bittner, „Vom langen Warten auf den neuen Tag“, Lyrikediti-on 2000/ Allitera Verlag. Erstveröffentlichung 1975, seither immer aktuell)

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Die Würde der Erde

Anfang diesen Monats wurde im Grübelstübchen mit freundlicher Genehmigung des Autors Dirk C. Fleck ein Auszug aus dem Buch „GO! Die Öko-Diktatur” veröffentlicht (siehe hier). Was tun wir unserer Umwelt an? Haben wir die Situation noch unter Kontrolle? Wird es einmal tatsächlich zu einer Ökodiktatur kommen, weil wir uns selbst die Lebensgrundlage entziehen? In Folgendem eine Fotostrecke von canal10nicaraguas (Facebook), die den Zustand einiger Regionen auf unserem Planeten zeigen. Ich hüte davor mit dem Finger auf „die Asiaten“ oder andere Gruppen zu zeigen. Es ist zwar in der Tat so, dass in anderen Regionen dieser Erde andere Hygienestandards und keine oder weniger Gesetze bezüglich Müllentsorgung und anderem herrschen. Vieles dieser Verschmutzungen, vielleicht sogar das meiste, geht aber auf Kosten unseres Konsums. Es handelt sich um Industrieabfälle, die teilweise ins Wasser abgeleitet werden, um den Preis für eine teure Müllentsorgung zu umgehen. Und das alles, um sich im kapitalistischen System durchzusetzen, die Konkurrenten preislich auszustechen und als Sieger auf dem Markt zu gelten. Die systembedingte „Geiz ist geil„-Mentalität und der massenhafte Konsum bringen einen status quo zu Tage, den wir in folgenden unkommentierten Bildern sehen können.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

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Zahnpasta? Oder lieber Sarin?

Vor einiger Zeit hat mir ein Dozent im Studium ungefähr folgendes gesagt: „Wenn du einen Job bekommst, in dem du mit Flour arbeiten musst, nehme ihn nicht an! Auch wenn du Handschuhe bekämst.“ Der Grund: Fluor ist extrem giftig.

Irgendwann später war ich beim Zahnarzt und habe ihn gefragt, was es für einen Unterschied zwischen billiger und teurer Zahnpasta gäbe. Der Grund für die Frage: mein armer Studentengeldbeutel schrie nach Gewissensberuhigung. Er sagte, dass es keinen Unterschied mache und alles nur Marketingtricks seien. Und fügte hinzu: „Hauptsache Fluoride sind drin enthalten. Die sind wichtig„. Weiterlesen

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Gedenken an das Massaker von Odessa

Übermorgen wird es zwei Jahre her sein, dass in Odessa mindestens 48 Menschen bei einem Brand des Gewerkschaftshauses ums Leben kamen. Bei den 48 Toten handelt es sich um die offizielle Angabe. Die Angehörigen der Verstorbenen, die vor dem verbrannten Gebäude Bilder ihrer toten Söhne, Töchter, Brüder, Schwestern, Verwandten und Freunde mit sich tragen und gegen das Vergessen kämpfen, sprechen von mehr Toten. Weiterlesen

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Die Würde der Tiere

Auszug aus dem Buch: „GO! Die Öko-Diktatur“ von Dirk C. Fleck.
Die Kuh lag mit ängstlich geweiteten Augen an Deck. Zwei Männer schlangen ein Seil um ihr gebrochenes Vorderbein und gaben dem Kranführer das Zeichen. Mit einem Ruck wurde der massige Körper vom Boden gerissen und in luftiger Höhe über die Bordwand geschwenkt. Das Tier baumelte an seinem Bein wie an einem seidenen Faden, bis es am Pier klatschend zu Boden fiel. Es zitterte auf dem Asphalt, zum Brüllen war es zu schwach. Ein Matrose kappte das Tau. Aus dem Schuppen näherte sich ein Schaufelbagger. Er rammte seine Stahlzähne unter die Kuh und warf das Tier zurück aufs Schiff, wo es verzweifelt mit den Hufen zuckte.

Heute, lieber Freund, reden wir über die Würde der Tiere. Über jene Wesen also, die wir fast vollständig von diesem Planeten vertrieben haben. Dies war übrigens, um im Jargon unserer Großväter zu bleiben, eine rauhfutterverzehrende Großvieheinheit aus der Tierproduktion Nordfleisch, deren Annahme vom arabischen Empfänger wegen ihres schlechten Zustands verweigert wurde.“ Weiterlesen

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Der „Sheriff“

Am 07.02.2013 titelte die DailyMail: „Former Airline Pilot and conspiracy theorist `shot dead his two teenage children and his dog before turning the gun on himself´“. Das Massaker wurde von Phillip Marshall ausgeführt, so der Zeitungsbericht und so auch die spätere Ausführung des „Sheriffs“. Und so muss es auch gewesen sein. Der „Sheriff“ sagt es. Weiterlesen

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Bald im Clinch mit China?

Ist es den westlichen Staaten in den Jahren des chinesischen Aufstiegs nicht gelungen, im Nahen und Mittleren Osten zu einer machtpolitisch günstigen Ausgangsstellung für den großen Machtkampf gegen die Volksrepublik zu gelangen, so schließen die Organisatoren der Münchner Sicherheitskonferenz für die Zukunft selbst einen „bewaffneten Konflikt“ mit dem mächtigsten Rivalen des Westens nicht aus„.

Der letzte Satz des Artikels „Die großen Mächte und ihre Kriege“ (Teil 2) der Zeitschrift german foreign policy zog meine Stirn ganz schön in die Höhe. Nicht, dass eine mögliche Konfrontation zwischen China und dem Westen mich überrascht. Der Grund war eher, dass unsere Eliten dieses Szenario anscheinend nicht mehr als Tabu erachten… und dies offen sagen. Weiterlesen

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Wie entstehen Kriege?

Ein Bösewicht bzw. Schurkenstaat schränkt die Pressefreiheit ein, bedroht die “Nationale Sicherheit” von westlichen Staaten und metzelt seine Bevölkerung nieder. So wird es zumindest in den Medien verzapft: Kriege entstehen als Reaktion auf „Bösewichte“. Elizabeth Murray, eine ehemalige CIA-Arbeiterin, berichtete am 16. September 2015 in einem Vortrag in Berlin, den sie gemeinsam mit Ray McGovern hielt, unter Anderem darüber wie ihr von ihrem damaligen Chef aufgetragen wurde nach Beweisen dafür zu suchen, dass Saddam Hussein Verbindungen zur Al-Quaida hatte. Da sie und ihr Team keine gefunden haben, und ihr auch gar nicht gesagt wurde was für bisherige Hinweise es dafür gab, musste ein anderer Grund für den Irak-Krieg her: so entstand das Märchen von angeblichen Massenvernichtungswaffen, die zwar wahrscheinlich existierten, aber anscheinend vom Westen selbst an Saddam Hussein geliefert wurden. Weiterlesen

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Madaya = Kafraya?

Was ist der Unterschied zwischen Madaya und Kafraya? Beides sind syrische Kleinstädte. Ihre Größe ist ungefähr vergleichbar, ca. 40 000 Einwohner. In beiden Städten mangelt es an grundlegenden, fürs Überleben notwendigen Gütern: Medikamente, Nahrung, Wasser, Strom. In beiden Städten verhungerten seit letztem Monat über 23 Menschen. Bis hier hin könnte man die beiden Städte mit ihren traurigen Schicksalen für ein und die selbe Stadt halten. Es sich vielleicht mit verschiedenen Aussprachen, Übersetzungen oder arabischen Dialekten erklären.

Bis man sich darüber wundert, dass auffällig häufig die „Madaya“-Schreibweise genutzt wird. Wenn Ban Ki-moon, Rouhani und Erdogan sogar Petitionen starten (1). Wenn Frankreichs Außenminister den syrischen und russischen Präsidenten auffordern ihre Militäreinsätze gegen Zivilisten zu beenden (2). Wenn die BILD von „Konzentrationslagern“ spricht, wenn Politiker von „Kriegsverbrechen“ sprechen, wenn kaum ein Online-Nachrichtenmagazin ohne den grausamen Bildern verhungerter Kinder erscheint. Wenn auf internationalen Druck Assad gezwungen wird, 20 LKWs, endlich und Gott sei Dank, passieren zu lassen und die Stadt zu erreichen und den Menschen Hilfsgüter zu liefern.

Dann beginnt man zu begreifen, dass Madaya nicht gleich Kafraya ist. Dass man der Welt vorgeführt hat wie böse Assad und die Russen sind und wie gut die Internationale Hilfe organisiert ist, doch das Hungerproblem bei weitem nicht gelöst hat. Wird man die von der Al-Nusra eingekesselte Stadt Kafraya versuchen zu erreichen, in der es den Menschen nach wie vor geht wie in diesen grausamen Presseberichten zu lesen und zu sehen war? Die Hilfsgüter dort hin zu schicken gestaltet sich wesentlich komplizierter und bringt nicht so viele politische Erfolge inklusive ihrem medialen Effekt, etwa der Diskreditierung der „alleinigen Verantwortlichen“… wird sich der Aufwand für die Zuständigen „lohnen“? Wird „alles erdenkliche“ dafür getan diese Menschen zu ernähren, zu retten?

Die nachfolgende Petition spricht sich dafür aus, die Menschen in der ganzen Region mit Nahrungsmitteln zu beliefern (3), ob Madaya, Kafraya, Zabadani oder Fua’a…

(1) https://secure.avaaz.org/en/madaya_starvation_siege/?pv=64&rc=fb

(2) http://www.tagesschau.de/ausland/madaya-hunger-101.html

(3) https://www.change.org/p/fangt-an-lebensmittel-%C3%BCber-denen-abzuwerfen-die-in-syrien-verhungern-madaya

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Wenn Musiker kritisch werden…

…müssen sie sich rechtfertigen. Oft werden sie von den Medien  entweder ignoriert, fertig gemacht, denunziert… oder gleich alles zusammen. Musiker und öffentliche Personen müssen aufpassen was sie sagen. Zu kritische Songtexte oder Aussagen auf der Couch einer Talkshow… und der Shitstorm ist garantiert. Um nicht vollends als „Spinner“ abgetan zu werden, empfiehlt es sich ein wenig zurückzurudern, um sein Image zu wahren. Die zum Teil völlig überzogenen Medienreaktionen sorgen sicherlich dafür, dass die ein oder andere öffentliche Person schön ihre „unliebsamen“ Kommentare für sich behält, oder sie erst im Rentenalter äußert.

Da bekannte Künstler in einer guten Position sind, sich für Aufklärung und für Themen oder Positionen, die sonst nicht alltäglich in der öffentlichen Meinung aufkommen, weil sie „Tabuthemen“ sind oder massiven Widerspruch erfahren, einzusetzen, bleibt zu hoffen, dass die Künstler sich ihren Mund nicht verbieten lassen und sich auch in Zukunft kritisch äußern werden. Folgende Männer wird man in diesem Prozess dabei beobachten können: Dieter („Didi“) Hallervorden, Xavier Naidoo und Herbert Grönemeyer. Weiterlesen

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Europa- ein wunderschönes EUlysium

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Merkel will es!

Ein Gastbeitrag von Dr. Nikolaus Götz

Jetzt Bundeswehr in französischem Schlepptau: „Merkel will es!“ 1200 Paladine für das Morgenland!

Es war der Papst der katholischen Kirche Urban II., der mit dem Ruf „Deus volit!“, „Gott will es!“ (1095 n. Chr.) einen Appell an die politische Klasse im mittelalterlichen Westeuropa richtete, zur Errettung des Morgenlandes. In der Folge dieses Erlasses sammelte sich eine internationale „Koalition der Willigen“, Heerscharen aus Frankreich, England und Deutschland kommend, um im ’Nahen Osten’ einzugreifen. Diese ’adligen’ Haudegen zogen alsbald mit ihrem Tross ostwärts. Lang und entbehrlich war der Weg, beispielsweise des Kriegers Godefroy de Bouillon (~1060-1100), dessen Namen heute all seine Schandtaten vollkommen unterschlagend im öffentlichen Bewusstsein nur noch für eine ’Suppe’ steht. Weiterlesen

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Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Quelle: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Giskoes Gedanken-Blog)

Die Menschenrechte sind universell gültig. Leider findet keine konsequente Einhaltung statt. In Zeiten, in denen Drohnen aus Ramstein ihre Kreise über der arabischen Welt drehen, sollte man sich vor allem an Artikel 3 und 11 entsinnen. Weiterlesen

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Wider dem Krieg

Im Folgenden der Aufruf zur Friedensdemonstration in Saarbrücken am Freitag, organisiert vom Friedensnetz Saar. Eine Auflistung weiterer deutschlandweiter Demos (sowie Vorträge)  gibt es hier.

Warum ist es nötig zur Zeit vermehrt auf die Straße zu gehen? Der Bundestag hat beschlossen, dass sich die Bundeswehr militärisch in Syrien „engagieren“ soll. Siehe dazu die Ergebnisse der Abstimmung im Bundestag zum Syrieneinsatz der Bundeswehr weiter unten. Die Teilnahme an den Bombardierungen der „Anti-IS-Koalition“ in Syrien soll erfolgen, ohne dass zuvor alle nicht-militärischen Möglichkeiten ausprobiert wurden. Während russische Geheimdienste meldeten, der „Islamische Staat“ bekomme finanzielle Unterstützung aus 40 Ländern, darunter auch G-20-Länder, und dies ohne Konsequenzen blieb, werden ausgerechnet die Mittel vorgezogen, welche nachweislich für die Rekrutierung weiterer islamistischer Extremisten sorgen. Aus dem Grund wird zum Ende des Beitrages nochmal die Anzeige gegen Ursula von der Leyen für diesen völkerrechtswidrigen Einsatz (kein UNO-Mandat) beigefügt. Weiterlesen

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„schlaand“- der Tod kommt als Export

Die Bundesrepublik Deutschland, der Laden in dem wir leben, ist der dritt größte Rüstungsexporteur der Welt. Bronze für „schland“. In zivilen Schusswaffen erkämpft sich „schland“, mit dem Schweiß und der Mühe deutscher Waffenschmieden,  sogar Silber. In militärischen Waffen kommts leider nicht aufs Siegertreppchen. Nur Vierter. Da ist sicherlich noch Luft nach oben. Da geht noch was. „Einer geht noch, einer geht noch rein.“
Wie viele Kinder in den letzten Sekunden ihres Lebens die „Ehre“ hatten, in den Lauf dieses so erfolgreichen,  durch weltweites Engagement Medaillen einsackenden, Landes zu blicken, so wie der Junge in dem grandiosen Intro von „Lord of War“, ist schwer zu sagen. Wie vielen Gravierungen: „Made in Germany“, ein leichter Hitzeschwall von innen zukam, als eine tödliche Kugel sich an ihr vorbei auf den Weg zu ihrem „Endverbraucher“ machte? Wer weiß das schon…

Fest steht jedoch, von wem die Zahl dieser armen Kinder festgelegt wird: vom deutschen Wähler.

Mehr zum Thema Waffenexporte: „Tödliches Geschäft„.

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Auftrags“selbst“mord in der Ukraine- Teil 1

Am 28. April 2014 wurde auf den Bürgermeister von Charkiw, Gennadi Kernes, ein Attentat verübt. Ein unbekannter Scharfschütze hat ihn beim Joggen angeschossen. Seit dem sitzt der Politiker der Partei der Regionen im Rollstuhl. Die Gerüchteküche sagt: der aktuelle jetzige Innenminister Arsen Awakow könnte hinter dem Attentat stecken. Weiterlesen

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„Wünsch Dir was“

„Wünsch Dir was“… und du erhältst es. Im heutigen System ist alles jederzeit verfügbar. Alles was wir uns erträumen, auch das was wir vor der neuesten Werbung noch gar nicht wussten, dass wir es mal erträumen würden, ist in Zeiten des Neoliberalismus und Globalisierung, nur einen Click entfernt. Das ist durchaus auch wortwörtlich gemeint:  Amazon beispielsweise liefert per „1-click-Bestellung“ das Objekt der Begierde, „prime“, in weniger als 24 Stunden.

Doch alles hat seinen Preis. Weiterlesen

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Blutspuren in den Bluejeans

In den letzten Tagen hat das Europaparlament über Rohstoffe aus Krisengebieten diskutiert und stimmte für einen verpflichtenden Herkunftsnachweis für Rohstoffe (taz, 21.05.15, S.8). Was würde es für uns bedeuten, wenn diese Regelung sich in den EU-Mitgliedsstaaten durchsetzen sollte?

Beim Kauf eines neuen Handys macht sich kaum ein zukünftiger Besitzer darüber Gedanken, ob Menschen für die Gewinnung des nötigen Materials versklavt wurden oder starben. Weiterlesen

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Troika 1893

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„Das Massaker von Odessa“

Diesen Namen trägt eine Wanderausstellung von Oleh Muzyka, ein Überlebender des Gewerkschaftshausbrandes in der ukrainischen Stadt Odessa, die in zahlreichen europäischen Hauptstädten zu sehen war. Als ich zum ersten Mal von den tragischen Ereignissen hörte und mir das „Massaker“ auf Video anschaute, überfiel mich Wut und Trauer und ich fing an sämtliche deutschsprachige Zeitungsartikel zu dem Thema zu lesen. Schnell fiel mir auf, dass in diesen nur von „Ausschreitungen” und „Zusammenstößen” die Rede war. Es wurde auf eine Art und Weise berichtet, dass man meinen könnte „der ganz normale Wahnsinn”, Kämpfe zwischen Maidanunterstützern und -gegnern, hätten sich dort an diesem zweiten Mai, letzten Samstag vor einem Jahr, abgespielt. Die Ereignisse waren wesentlich komplexer als diese Medienberichte verlauteten, man nehme beispielsweise die Ankunft zahlreicher militanter Maidanaktivisten ins Visier, die eigens für die Kämpfe mit Bussen nach Odessa reisten. Weiterlesen

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Deutschland will bei den Großen mittöten- jetzt auch per Joystick vor dem Monitor

Letztens habe ich fast beiläufig von dem Entschluss der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, eine europäische Kampfdrohne zu entwickeln, erfahren. Die Kontroverse ist zwar alt, schon ihr Vorgänger Thomas de Maizière hat diese mögliche Anschaffung debattieren lassen. Doch wie ist dieser Entschluss zu werten? Können wir uns darauf einstellen, dass alle perversen Tötungsmaschinen, die in Übersee entwickelt und eingesetzt werden, früher oder später auch von uns Europäern nachgeäfft werden? Weiterlesen

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Zum Tod von Günter Grass

Gestern ist Günter Grass gestorben. Da ich erst vor ein paar Tagen, kurz vor seinem Tod, auf seine Gedichte gestoßen bin, veröffentliche ich hier das Gedicht „Was gesagt werden muss“, um zur weiteren Lektüre der Werke dieses kritischen und mahnenden Dichters anzuregen: Weiterlesen

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Ein eher unbekannter Musiker, der definitiv mehr Zuhörer haben sollte.

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TV-Tipp: Die Anstalt

Heute- Dienstag, der 8.12.2015 um 22:15 auf ZDF !

dataWarum lohnt es sich einzuschalten? Weil sie gegen den Mainstream schwimmen. Weil sie sich ungehemmt trauen Sachen auszusprechen, die man sonst nur in Bruchstücken serviert bekommt und nur schwer zu einem ganzen Bild zusammenfassen kann. Leider ist diese Satireshow wesentlich informativer als sämtliche Talkshows, Nachrichtensendungen, Reportagen im deutschen Fernsehen. Weiterlesen

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Deutsches Vaterland. Wie lieb ich so ’n Land. Ein sonniger Fleck in dieser Schönen Welt. Es profitiert vom Krieg und Zerstörung. Besonders lukrativ sind Diktatoren und verfeindete Staaten. Gebiete in denen Drogenkartelle Menschen verschwinden und hinrichten lassen sind finanziell auch ganz knorke. Und wenn dann alles in Schutt und Asche liegt, lässt man einen Kredit springen und kassiert die Zinsen. Brilliant. Läuft bei uns. Weiterlesen

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Ein Tag mit einem US-amerikanischen Beamten

27.03.2003, Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base

„…die Terroranschläge auf das World Trade Center… lösen immer wieder Kontroversen über die Maßnahmen gegen den Terror aus… Präsident George W. Bush erklärte den War on Terrorism… das Gesetz USA PATRIOT Act soll die Staatsbeamten befähigen, für Gerechtigkeit zu sorgen…“. Langsam sollte ich aufstehen, sonst weckt der Radiowecker noch die Kinder. Die haben doch schulfrei… Ich bin spät dran, zum Glück kann ich meine Arbeitszeit flexibel einteilen. Ob die anderen schon ohne mich angefangen haben? Schnell die Zähne putzen, Brötchen und Kaffee mit ins Auto. Autoradio an. „Unsere Beamten bündeln alle Ressourcen, um mutmaßliche Mittäter der Anschläge ausfindig zu machen“. Die beschissenen Afghanen breche ich noch. Ich stehe kurz vor dem Durchbruch.

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„Pleitegriechen“- die Herrschaft des Demos auf dem Prüfstand

Lange habe ich überlegt, ob ich über Griechenland schreiben soll, da Finanzthemen immer so trocken sind. Der Wahlsieg der Linkspartei Syriza gepaart mit den dreisten Kampagnen gegen das griechische Volk, die sich in den letzten Jahren durch unsere Medienlandschaft zogen, gaben dann doch den Ausschlag. In nächster Zeit sollte sich eine interessante Frage beantworten: Wie viel Macht zur Veränderung steht dem Volk, dem Demos, in der nach ihr benannten Demokratie zu?

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Quiztime (1)

Frage: Was haben folgende Diktatoren und Präsidenten autoritärer Staaten gemeinsam?

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„Stoppt Propaganda jetzt“- BILD dir deinen SPIEGEL

Das Titelbild der Spiegelausgabe zeigt eine Auswahl der Opfer des Flugzeugabsturzes der MH17, jeweils mit dem Namen und Todesdatum darunter. 17.7.2014. Auf den Fotos sind die unterschiedlichsten Menschen zu sehen: von jung bis alt, verschiedene Nationalitäten, der „nerdige Typ“, die Businessfrau, der Familienvater. Zentral springt die signalfarbende, große Schrift ins Auge: „Stoppt Putin jetzt!“. Nahezu automatisch ergibt sich die Assoziation, dass Putin für den Tod dieser Menschen verantwortlich ist. Für den Tod ganz normaler Menschen, wie du und ich. Die hat er auf dem Gewissen. Dieses Monster.

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„Je suis al-Beidha“

Nach dem Attentat auf das Pariser Satiremagazin Charlie Hebdot hat es eine Welle an Solidaritätsbekundungen für die Opfer des Anschlages gegeben, allein in Paris gingen um die vier Millionen Menschen auf die Straßen. Auch weit über die Landesgrenze hinaus kann man auf Sozialen Netzwerken, Plakaten und Fußballtrikots die Solidaritätsausrufe „Je suis Charlie“ lesen. Seit Tagen widmen Nachrichtenformate rund die Hälfte ihrer Sendezeit dem grausamen Attentat von Paris. Auch gibt es kaum ein anderes Thema in den Zeitungen.

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Tödliches Geschäft

Der Export von Waffen war schon immer ein heikles Thema, da von diesem Menschenleben abhängen, und unterliegt deshalb einer strengen Kontrolle. Dies soll Missbrauch vorbeugen und verhindern, dass tyrannische Despoten ihr Volk über den Haufen schiessen oder Bürgerkriegsparteien sich gegenseitig abschlachten.

Leider gibt es keinen derartigen, ausreichend wirksamen, Kontrollmechanismus.

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Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir den Frieden herbei

In letzter Zeit tümmeln sich immer mehr Menschen auf den Straßen, die meinen eine ganze Glaubensgemeinschaft und somit 1,2 Milliarden Menschen, diffamieren zu müssen. Diese Entwicklung geht mit einem Rechtsruck in Europa einher. „Ganz normale Leute“ fühlen sich derzeit angesprochen, von den ideologischen Ansichten von braunen Rattenfängern. Wer sich dermaßen laut gegen „Kanacken und Kopftuchaishen“ ausspricht, weil er die Islamisierung des Abendlandes fürchtet, sollte sich zunächst einmal die Frage stellen, in wie weit er selbst durch sein Schweigen dazu beisteuert, dass diese massiven Migrationswellen, überwiegend aus Krisengebieten Nordafrikas und des Mittleren und Nahen Ostens, nicht nur die Europäischen Länder überschwemmen. Schauen wir uns doch mal das immer brauntönigere Stadt- und Landbild Europas an.

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Schöne Welt

Die beste Art, sich einer negativen Eigenschaft zu entledigen ist zweifellos, sich ein negatives Beispiel zu suchen. Will man beispielsweise seine alten Konsumgewohnheiten über Bord werfen, so denkt man doch am Besten an die eigenen aus der Vergangenheit, vielleicht sogar wie man sie ins Extreme getrieben hat. XXL-Restaurants, aus Pappe bestehende Mc-Donald´s-Burger und der günstigste Döner den man finden konnte. Und der Höhepunkt des Ganzen der warme Sommertag, an dem man sich im Netto eine Packung Toastfleisch aus der Gefriertruhe schnappte, „nur um es mal auszuprobieren“, was einen nicht davon abgehalten hat, es auch ein zweites Mal zu tun, weil es doch so praktisch war. Fürs Protokoll, es handelt sich wirklich um ein Stück Fleisch, dass man nach einer Minute im Toaster essen kann. Warum so ein Leben als negatives Fallbeispiel einer vergangenen Zeit überhaupt nötig ist? Weil man die Absurdität dieser Konsumgesellschaft hautnah erlebt hat und sie nicht länger unterstützen will. Warum so ein Lebensstil schlecht ist brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Es ist schließlich verpönt, seine Umwelt schlecht zu behandeln.

Oder muss ich es doch tun? Weiterlesen

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Jules Verne: Von der Erde zum Mond

Im Grübelstübchen wird eine neue Rubrik aufgemacht, auf der hin und wieder kritische Passagen zu unserer Gesellschaft aus der Weltliteratur erscheinen werden. Eine Erklärung zu den Texten wird in der Regel nicht nötig sein, da diese oftmals selbsterklärend sind bzw. der Interpretation des Lesers überlassen werden sollten. Ich möchte jedoch für den nachfolgenden Text als Anregung die Frage mitgeben, was eigentlich die moderne Rüstungsindustrie machen würde, wenn ihnen die gewinneinbringenden Kriege ausgehen? Meine persönliche Antwort darauf ist, dass ihnen die Kriege leider nicht ausgehen werden, da sie von mit der Kriegsindustrie verbundenen Leuten angeheizt und künstlich erschaffen werden.

In Folgendem das dritte Kapitel von  Jules Vernes Werk „Von der Erde zum Mond“ , übernommen von dem Gutenberg-Project über Spiegel-Online. Im Anschluss gibts noch ein Youtube-Link zu einer Hörbuch-Version.

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Am 5. October um acht Uhr Abends drängte sich eine dichte Menge in den Sälen des Gun-Clubs, 21. Union-square. Alle zu Baltimore einheimischen Mitglieder der Gesellschaft hatten sich auf die Einladung ihres Präsidenten dahin begeben. Die correspondirenden langten mit Expreß zu Hunderten in der Stadt an, und so groß auch die Sitzungshalle war, so konnte die Menge der Gelehrten darin nicht mehr Platz finden; sie strömte über in die anstoßenden Säle, die Gänge bis mitten in die äußeren Höfe, wo sie mit dem gewöhnlichen Volk zusammentraf, das sich an den Eingängen drängte: indem jeder in die vordersten Reihen zu gelangen trachtete, alle voll Begierde, die wichtige Mittheilung des Präsidenten Barbicane zu vernehmen, stieß und schob man sich herum, zerdrückte sich mit jener Freiheit des Handelns, welche den in den Ideen des self-government erzogenen Massen eigenthümlich ist.

An jenem Abend hätte ein zu Baltimore anwesender Fremder um keinen Preis in den großen Saal gelangen können; derselbe war ausschließlich den einheimischen Mitgliedern oder den Correspondenten vorbehalten; kein Anderer konnte darin einen Platz bekommen; und die Notablen der Stadt, die Mitglieder des Rathes der »Auserkohrnen« hatten sich unter die Menge ihrer Untergebenen mengen müssen, um flüchtig zu erhaschen, was drinnen vorging.

Die unermeßlich große Halle bot den Blicken einen merkwürdigen Anblick dar. Das umfassende Local war zum Erstaunen für seine Bestimmung geeignet. Hohe Säulen, aus übereinandergesetzten Kanonen gebildet, auf einer dicken Unterlage von Mörsern, trugen die feinen Verzierungen des Gewölbes, gleich Spitzen aus Guß gefertigt. Vollständige Rüstungen von Stutzern, Donnerbüchsen, Büchsen, Karabinern, alle Feuerwaffen alter und neuer Zeit, waren an den Wänden mit malerischen Verschlingungen gruppirt. Das Gas strömte in vollen Flammen aus tausend Revolvern, die in Form von Lüstern zusammengeordnet waren, während Girandolen von Pistolen und Candelaber, aus Bündeln von Flintenläufen gebildet, die glänzende Beleuchtung vollendeten. – Die Kanonenmodelle, die Probemuster von Bronze, die durchlöcherten Zielscheiben, die von Kugeln des Gun-Clubs zerschossenen Platten, die Auswahl von Setzern und Wischern, die Rosenkränze von Bomben, die Halsbänder von Geschossen, die Guirlanden von Granaten, kurz alle Werkzeuge des Artilleristen überraschten das Auge durch ihre Staunen erregende Anordnung, und erweckten den Gedanken, daß sie in Wahrheit mehr zum Schmuck, als zum Morden bestimmt seien.

Am Ehrenplatze sah man unter einer glänzenden Glasglocke ein zerbrochenes, vom Pulver zerdrehtes Stück von einem Kanonenstoß, kostbares Reststück von der Kanone J. T. Maston.

Am Ende des Saales saß auf einem breiten Sonderplatze der Präsident, umgeben von vier Secretären. Sein Sitz, der sich auf einer mit Schnitzwerk gezierten Lafette befand, war im Ganzen gleich einem starken Mörser von zweiunddreißig Zoll geformt, unter einem Winkel von neunzig Grad aufgeprotzt und an Zapfen befestigt, so daß der Präsident sich auf demselben, wie auf einem Schaukelstuhl (rocking-chair) in angenehmster Weise schaukeln konnte. Auf dem Schreibtisch, einer breiten Platte von Eisenblech auf sechs Karonaden, sah man ein Tintenfaß von besonderem Geschmack, das aus einer kostbar gemeißelten Biskayer Büchse gebildet war, und eine Donnerglocke, die bei Gelegenheit wie ein Revolver knallte. Bei heftigem Streit reichte diese neu erfundene Glocke manchmal kaum hin, die Stimmen dieser Legion von erhitzten Artilleristen zu übertönen.

Vor dem Schreibtisch waren kleine Bänke im Zickzack, gleich den Linien einer Verschanzung, aufgestellt und bildeten eine Reihenfolge von Basteien und Courtinen. Auf diesen saßen die Mitglieder des Gun-Clubs, und diesen Abend konnte man sagen, »es fehlte nicht an Mannschaft auf den Wällen«. Man kannte den Präsidenten gut genug um zu wissen, daß er ohne den gewichtigsten Grund seine Collegen nicht in Bewegung gesetzt hätte.

Impey Barbicane war ein Mann von vierzig Jahren, ruhig, kaltblütig, streng, von außerordentlich ernstem und concentrirtem Geist, pünktlich wie ein Chronometer, von erprobtem Temperament, unerschütterlichem Charakter, wenig ritterlich, doch abenteuerlich, aber voll praktischer Ideen, selbst bei den verwegensten Unternehmungen; – er war in hervorragender Weise der Mann Neu-Englands, der nordische Pflanzer, der Abkömmling jener Rundköpfe, die einst den Stuarts so gefährlich wurden, der unversöhnliche Feind der südlichen Gentlemen, jener vormaligen Junker des Mutterlandes. Mit einem Wort, er war ein Yankee reinsten Wassers durch und durch.

Barbicane hatte sich im Holzhandel ein großes Vermögen erworben; während des Krieges zum Artilleriedirector ernannt, zeigte er sich fruchtbar an Erfindungen, kühn in Ideen, trug viel zu den Fortschritten dieser Waffe bei, und gab den experimentalen Forschungen einen unvergleichlichen Schwung.

Ein Mann von mittlerer Statur hatte er – seltene Ausnahme im Gun-Club – ganz wohl erhaltene Glieder. Seine scharf ausgeprägten Gesichtszüge waren wie mit dem Lineal nach dem Winkelmaße geschnitten, und wenn es wahr ist, daß man, um eines Menschen instinctiven Charakter zu erkennen, ihn im Profil ansehen müsse, so konnte man bei ihm darin die deutlichsten Anzeigen von Energie, Kühnheit und Kaltblütigkeit wahrnehmen.

In diesem Augenblick war er in seinem Lehnstuhl unbeweglich, stumm, in Gedanken versenkt, den Blick nach innen gerichtet, mit einem hochgeformten Hut, – schwarzem Seidencylinder – welcher, scheint es, den amerikanischen Schädeln angeschraubt ist.

Das lärmende Geplauder seiner Collegen um ihn her störte ihn nicht; sie fragten sich einander, schweiften auf dem Feld der Vermuthungen, forschten in den Zügen ihres Präsidenten, und trachteten vergeblich, das X seiner undurchdringlichen Physiognomie heraus zu bekommen.

Als die Uhr des großen Saales mit Donnerschlägen die Stunde verkündete, erhob sich Barbicane plötzlich, als wie von einer Sprungfeder emporgeschnellt. Alles lauschte, und der Redner ließ sich mit etwas emphatischem Ton folgendermaßen vernehmen:

»Tapfere Collegen, schon allzu lange hat ein unfruchtbarer Friede die Mitglieder des Gun-Clubs in bedauerliche Unthätigkeit versetzt. Nach vier so ereignißvollen Jahren mußten wir unsere Arbeiten einstellen und auf dem Wege des Fortschritts plötzlich Halt machen. Ich nehme keinen Anstand, es laut auszusprechen, jeder Krieg, der uns wieder die Waffen in die Hand gäbe, würde willkommen sein…«

– Ja, der Krieg! rief stürmisch J. T. Maston.

– Hört! Hört! vernahm man allerwärts.

»Aber der Krieg, sagte Barbicane, »ist unter gegenwärtigen Umständen unmöglich; und was sich auch der ehrenwerthe College, welcher mich unterbrach, für Hoffnungen machen mag, es wird eine Reihe von Jahren verfließen, ehe unsere Kanonen wieder auf einem Schlachtfeld donnern. Das muß man sich nun gefallen lassen, und in einem andern Ideenkreise Nachahmung für unseren Thätigkeitstrieb suchen.«

Da die Versammlung merkte, daß ihr Präsident nun auf den Hauptpunkt kam, verdoppelte sie ihre Aufmerksamkeit.

»Seit einigen Monaten, wackere Collegen, fuhr Barbicane fort, habe ich darüber nachgedacht, ob wir nicht – doch innerhalb unseres Specialfachs – im Stande wären, eine große, des neunzehnten Jahrhunderts würdige Forschung vorzunehmen, und ob nicht die Fortschritte in der Ballistik uns in den Stand setzten, sie glücklich auszuführen. Zu dem Ende habe ich geforscht, gearbeitet, Berechnungen angestellt, und das Ergebniß meiner Studien war die Ueberzeugung, daß wir bei einer Unternehmung, die in jedem anderen Lande unausführbar sein würde, zu einem glücklichen Ziele gelangen müssen. Ueber dieses reiflich durchdachte Project will ich Ihnen nähere Mittheilung machen; es ist Ihrer würdig, würdig der Vergangenheit des Gun-Clubs, und wird unfehlbar großes Aufsehen in der Welt machen!

– Viel Aufsehen? rief ein leidenschaftlicher Artillerist.

»Sehr viel Aufsehen, im echten Sinne des Worts«, erwiderte Barbicane.

– Nicht unterbrechen! rief es von anderen Seiten.

»Ich bitte Sie also, wackere Collegen, fuhr der Präsident fort, mir Ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken.«

Unwillkürliche Bewegung ergriff die Versammlung. Barbicane rückte rasch seinen Hut und drückte ihn fest, dann fuhr er mit ruhiger Stimme fort:

»Es ist keiner unter Ihnen, wackere Collegen, der nicht den Mond gesehen, oder mindestens von ihm sprechen gehört hätte. Wundern Sie sich nicht, daß ich Sie hier über das Gestirn der Nacht unterhalte. Vielleicht ist’s uns vorbehalten, für diese unbekannte Welt die Rolle des Columbus zu spielen. Begreifen Sie mich, unterstützen Sie mich mit allen Kräften, so will ich Sie führen, diese Eroberung zu machen, und der Name des Mondes wird sich denen der sechsunddreißig Staaten anreihen, welche den großen Bund dieses Landes bilden.«

– Hurrah dem Mond! rief der Gun-Club wie mit einer Stimme.

»Man hat viel Studien über den Mond gemacht, fuhr Barbicane fort. Seine Masse, Dichtigkeit, sein Gewicht und Umfang, seine Beschaffenheit, Bewegungen, Entfernung, seine Rolle in der Sonnenwelt sind nun genau bekannt; man hat Mondkarten gefertigt, welche an vollkommener Ausführung den Erdkarten wenigstens gleich kommen, wofern sie dieselben nicht übertreffen; die Photographie hat von unserem Trabanten Musterbilder von unvergleichlicher Schönheit geliefert. Kurz, man weiß von dem Mond Alles, was die mathematischen Wissenschaften, Astronomie, Geologie, Optik uns lehren können; aber bis jetzt ist noch nie ein directer Verkehr mit demselben hergestellt worden.«

Bei diesem Satz des Redners gab sich eine heftige Bewegung des Interesses und der Ueberraschung zu erkennen.

»Gestatten Sie mir, fuhr derselbe fort, mit einigen Worten daran zu erinnern, wie einige glühende Geister in phantasievollen Reisebeschreibungen vorgaben, die Geheimnisse unseres Trabanten ergründet zu haben. Im siebenzehnten Jahrhundert rühmte sich ein gewisser David Fabricius, die Bewohner des Mondes mit eigenen Augen gesehen zu haben. Im Jahre 1649 veröffentlichte ein Franzose I. Beaudoin, eine Reise in den Mond, von dem spanischen Abenteurer Dominico Gonzalez unternommen. Zu derselben Zeit ließ Cyrano de Bergerac die berühmte Expedition, welche in Frankreich so viel Erfolg hatte, erscheinen. Später schrieb ein anderer Franzose, Fontenelle mit Namen, über die Mehrheit der Welten ein Hauptwerk; aber die Wissenschaft überbietet in ihrem Fortschritt auch die Meisterwerke! Um’s Jahr 1835 erzählte ein aus dem New-York Americain übersetztes Werkchen, Sir J. Herschel, der zum Zweck der astronomischen Studien an’s Cap der guten Hoffnung gesendet worden war, habe vermittelst eines vervollkommneten Teleskops den Mond bis auf eine Entfernung von achtzig Yards [Fußnote] nahe gebracht. Da habe er ganz deutlich Höhlen beobachtet, worin Flußpferde hausten, grüne mit Goldsaum befranzte Berge, Schöpfe mit Hörnern von Elfenbein, weiße Rehe, Bewohner mit pergamentgleichen Flügeln, wie bei den Fledermäusen. Dieses von einem Amerikaner Namens Locke verfaßte Werkchen hatte großen Erfolg. Bald aber erkannte man darin eine Mystification der Wissenschaft, und die Franzosen lachten zuerst darüber.«

– Ueber einen Amerikaner lachen! rief J. T. Maston, da haben wir ja einen Casus belli . . .

»Beruhigen Sie sich, mein würdiger Freund. Bevor die Franzosen lachten, haben sie sich von unserem Landsmanne vollständig anführen lassen. Ich füge bei, daß ein gewisser Hans Pfaal aus Rotterdam in einem Ballon, der mit Stickstoffgas gefüllt war, welches fünfunddreißigmal leichter als Wasserstoffgas ist, in neunzehn Tagen bis zum Mond gelangte. Diese Reise war, gleich der vorausgehenden, nur eine Phantasie-Unternehmung, aber sie hatte einen populären amerikanischen Schriftsteller, der ein Genie von seltenem Tiefsinn war, Poë, zum Verfasser.«

– Hurrah dem Edgar Poë! rief die Versammlung voll Begeisterung.

»So viel, fuhr Barbicane fort, von den Versuchen, die als lediglich wissenschaftlich durchaus ungenügend sind, um ernstlich Verbindungen mit dem Gestirn der Nacht einzurichten. Doch muß ich hinzufügen, daß einige praktische Geister den Versuch machten, sich wirklich mit ihm in Verbindung zu setzen. Vor einigen Jahren machte ein deutscher Geometer den Vorschlag, eine Commission von Gelehrten in die Steppen Sibiriens zu schicken. Dort solle man auf ungeheuer ausgedehnten Ebenen unermeßliche geometrische Figuren mit Hilfe beleuchteter Metallspiegel entwerfen, unter anderen das Quadrat der Hypothenuse, das die Franzosen gewöhnlich »Eselsbrücke« nennen. »Jedes intelligente Wesen«, sagt der Geometer, »muß die wissenschaftliche Bedeutung dieser Figur begreifen. Wenn es nun Mondbewohner giebt, so werden sie mit einer ähnlichen Figur antworten, und ist einmal die Verbindung eingerichtet, so ist’s keine schwere Sache, ein Alphabet zu schaffen, welches in Stand setzt, sich mit den Bewohnern des Mondes zu unterhalten.« So lautet der Vorschlag des deutschen Geometers, aber er kam nicht zur Ausführung, und bis jetzt ist noch keine directe Verbindung zwischen der Erde und ihrem Trabanten eingerichtet. Aber es ist dem praktischen Genie der Amerikaner vorbehalten, die Verbindung mit der Sternenwelt in’s Leben zu rufen. Das Mittel dafür ist einfach, leicht, sicher, unfehlbar; mein Vorschlag wird’s Ihnen auseinandersetzen.«

Lautes Beifallgeschrei, ein Sturm von Zurufen erfolgte. Es war auch nicht ein Einziger unter den Anwesenden, der nicht von den Worten des Redners bewältigt, hingerissen wurde.

– Hört! Hört! Stille doch! rief man auf allen Seiten.

Als es wieder ruhig geworden, fuhr Barbicane mit ernsterer Stimme fort:

»Sie wissen, welche Fortschritte die Ballistik seit einigen Jahren gemacht hat, und zu welch hohem Grade der Vollkommenheit diese Waffen gelangt wären, wenn der Krieg fortgedauert hätte. Ebenso ist’s Ihnen im Allgemeinen nicht unbekannt, daß die Widerstandskraft der Kanonen und die Treibkraft des Pulvers ohne Grenzen sind. Nun! von diesem Grundgedanken ausgehend, habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht, vermittelst hinreichender Vorrichtung innerhalb bestimmter Widerstandsbedingungen, möglich wäre, ein Geschoß bis zum Mond zu entsenden!«

Bei diesen Worten entfuhr ein staunendes »Oh!« aus beklommener Brust von Tausenden; dann nach einer kleinen Pause, gleich der Stille, welche dem Donner vorausgeht, entlud sich ein gewitterartiger Beifallssturm von Schreien und Rufen, daß der Sitzungssaal davon erbebte. Der Präsident versuchte zu sprechen; vergebens. Erst nach zehn Minuten konnte er zum Wort kommen.

»Lassen Sie mich ausreden, fuhr er kalt fort. Ich habe die Frage unter allen Gesichtspunkten betrachtet, habe sie entschlossen angefaßt, und aus meinen unbestreitbaren Berechnungen ergiebt sich, daß jedes Geschoß, das mit einer anfänglichen Geschwindigkeit von zwölftausend Yards [Fußnote] in der Secunde in der Richtung nach dem Mond hin abgeschleudert wird, nothwendig dort anlangen muß. Ich habe daher die Ehre, meine wackeren Collegen, Ihnen dieses kleine Experiment vorzuschlagen!«

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AKW-Unfall im Jahr von Tschernobyl, nicht in Tschernobyl

…sondern in Deutschland.

Ich wünschte ich würde, nachdem ich mich ca. vier Monate nicht mehr gemeldet habe, etwas positives bringen. Das Video, auf welches ich in diesem Beitrag hinweise, musste ich heute nach dem Schauen jedoch sofort ins Grübelstübchen einstellen. Eigentlich wäre ich noch ein paar Tage, höchstens eineinhalb Monate inaktiv geblieben, doch allmählich wecke ich aus meiner Inaktivität auf. Sei es drum, dass eben diese schlechte Neuigkeit der Auslöser dafür ist. Sie hat mich auf jeden Fall kalt erwischt, da ich von diesem Unfall bisher nichts gehört habe.

Wo ist die höchste aufgezeichnete Konzentration an Leukämieerkrankungen in der Welt anzutreffen? In Deutschland (zum Zeitpunkt der Doku).

Wo hat es 1986 einen Atomkraftwerkunfall gegeben? Im AKW Tschernobyl nahe der Stadt Propjat und… in Deutschland.

Es handelt sich um die Gemeinde Tespe, in der 16 Kinder an Leukämie erkrankten und um das AKW Krümmel in der Nähe der Gemeinde Geesthacht. Augenzeugen von dem Unfall und Wissenschaftler, welche die radioaktiven Werte bestätigen, sowie deutsche Politiker und Behörden welche vorgeben, andere Ergebnisse zu haben, inklusive von den Grünen, kommen in diesen Auszügen einer im ZDF ausgestrahlten Doku zu Wort.

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Süßer die Tornados nie klingen… (GiskoesGedanken)

Im Südwesten Deutschlands zu leben ist was schönes. Es kann aber auch ganz anstrengend sein, schlimmstenfalls krank machend. Zum Beispiel wegen des Fluglärms.

Der Großteil der Dröhnung dürfte der Präsenz US-amerikanischer Militärbasen verschuldet sein: Spangdahlem, Büchel, Rammstein…

Die Flugrouten ihrer Kampfjets zu verfolgen kann ganz spektakulär sein. Man fragt sich: Warum kriesen sie andauernd um eine Stelle herum? Sind sie auf einer „mission“? Haben die einfach Spaß? Oder verpuffen sie irgendwelche Steuergelder?

Ein Blogger, der sich regelmäßig die Verläufe der Routen anschaut ist Giskoe vom Blog „Giskoes-Gedanken“. Auch hat er die Möglichkeit dieselben soeben virtuell verfolgten Flieger live in der Natur zu erleben, zumindest zu hören.

Ganz so freiwillig läuft es dann in der Regel doch nicht ab. Beim Spazieren in schönen saarländischen, in der Regel stark fragmentierten, Wäldern, wird er einfach von den rotzfrechen „Touristen“ im Himmel belästigt.

Seinem Vorschlag, am „24.12.2016 möchte ich ab 17:00 Uhr 4 Tornados, 4 F-16, 4 C-130 und 4 C-17 für 4 Stunden über dem Saarland kreisen hören und sehen„, schliesse ich mich an. Für diese spektakuläre Vorführung wäre ich bereit, meine Proteste gegen die US-Militärpräsenz in der Pfalz einzustellen.

Quelle: Süßer die Tornados nie klingen…

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Informationskrieg (GermanForeignPolicy)

Wann immer die NATO Gewalt anwendet, sind die Deutschen weit empfänglicher für anti-militaristische Desinformationskampagnen als alle anderen NATO-Staaten.“ …so so, die Deutschen sind „den Großen“ , anscheinend zu pazifistisch. Um diesen Makel zu kurieren sollen “ ´Informationsstrategien´ entwickelt werden, die die Luftkriegsführung der NATO als mit dem Völkerrecht übereinstimmend und ´human´ porträtieren.

Nachfolgend ein German-Foreign-Policy-Artikel vom 28.10.2015, Quelle (klick)

Die NATO stützt sich bei der Entwicklung neuer Propagandatechniken zunehmend auf deutsche Wissenschaftler und Journalisten. Jüngster Ausdruck dieses Vorgangs ist eine für Ende November im nordrhein-westfälischen Essen anberaumte Konferenz über „strategische Kommunikation“, die ein Think-Tank des westlichen Militärbündnisses veranstaltet – unter Mitwirkung unter anderem eines Korrespondenten der ARD. Erklärtes Ziel der von führenden deutsch-europäischen Rüstungskonzernen gesponserten Tagung ist es, Methoden zu erarbeiten, mit denen sowohl „öffentliche Unterstützung“ für Kriegsoperationen der NATO generiert als auch „feindliche Medienarbeit“ gekontert werden kann. Deutschland gilt den Konferenzplanern in diesem Zusammenhang als „problematischer Fall“. Ihrer Auffassung nach sind „pazifistische Auffassungen“ weit verbreitet unter den Deutschen, die sich deshalb oftmals als besonders anfällig für antimilitaristische „Desinformationskampagnen“ erweisen. Dies zeige sich insbesondere bei den öffentlichen Auseinandersetzungen über die zivilen Opfer westlicher „Luftschläge“ und den Einsatz bewaffneter Drohnen.

Unterstützung generieren

Wie das im nordrhein-westfälischen Kalkar beheimatete „Joint Air Power Competence Centre“ (JAPCC) der NATO mitteilt, wird es in der Zeit vom 23. bis zum 25. November eine Konferenz über „Luftkriegsführung und strategische Kommunikation“ veranstalten. Die von führenden deutsch-europäischen Rüstungskonzernen wie Airbus Denfence and Space oder Rohde und Schwarz gesponserte Tagung in der Ruhrmetropole Essen richtet sich explizit an „Führungskräfte“ und „Entscheider“ aus Politik, Militär, Wirtschaft und Wissenschaft. Zu den vom JAPCC geladenen Referenten zählen unter anderen zwei Deutsche: der Militärhistoriker Philipp Fraund von der Universität Konstanz, der sich insbesondere mit Fragen der Kriegsberichterstattung befasst, und der „Hauptstadtkorrespondent“ der öffentlich-rechtlichen ARD, Christian Thiels, der als Experte für Medien- und Militärpolitik gilt. Erklärtes Ziel der Konferenz ist es, Methoden zu erarbeiten, mit denen sowohl „öffentliche Unterstützung“ für Kriegsoperationen der NATO generiert als auch „feindliche Medienarbeit“ gekontert werden kann.[1]

Luftschläge und Kollateralschäden

Ausgangspunkt der Tagung des JAPCC ist die These, dass von Kampfjets und Drohnen der NATO ausgeführte „Luftschläge“ zwar wesentlich für den „strategischen Erfolg“ des westlichen Militärbündnisses sind, aber gleichzeitig immer wieder massive öffentliche Kritik nach sich ziehen. Insbesondere die von Aufständischen und „radikalen Gruppen“ lancierten Berichte über zivile Opfer und „Kollateralschäden“ trügen dazu bei, die „öffentliche Meinung“ über die westliche Luftkriegsführung zu „unterminieren“, heißt es. Dies könne schlimmstenfalls dazu führen, dass die NATO die für sie entscheidende „Unterstützung“ durch die Bevölkerungen ihrer Mitgliedsstaaten einbüße, erklärt das JAPCC.[2]

PR-Strategien

Das JAPCC hält Deutschland in diesem Zusammenhang für einen besonders „problematischen Fall“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs habe sich hier eine „starke pazifistische Haltung“ etabliert; auch lasse die „öffentliche Meinung“ die in den USA und Großbritannien gängige Unterstützung für die eigenen Streitkräfte sträflich vermissen, heißt es: „Wann immer die NATO Gewalt anwendet, sind die Deutschen weit empfänglicher für anti-militaristische Desinformationskampagnen als alle anderen NATO-Staaten.“[3] Um hier Abhilfe zu schaffen, hat das JAPCC eigens ein Forschungsprojekt initiiert, das das Ziel verfolgt, gegen die Luftkriegsführung der NATO gerichtete Anwürfe im Hinblick auf deren „Effektivität“ zu analysieren. Darauf basierend sollen dann erklärtermaßen „Informationsstrategien“ entwickelt werden, die die Luftkriegsführung der NATO als mit dem Völkerrecht übereinstimmend und „human“ porträtieren.[4] Zu den Mitarbeitern des Projekts zählt unter anderen der an der Universität Konstanz beschäftigte Militärhistoriker Philipp Fraund, der auch als Redner der jetzt angekündigten Konferenz des JAPCC vorgesehen ist. Erst im November 2013 war Fraund bei einem medienpolitischen „Workshop“ des „Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften“ der Bundeswehr (ZMSBw) aufgetreten, wo er einen Vortrag über „Pressepolitik und Kommunikationsstrategien“ der deutschen Streitkräfte hielt (german-foreign-policy.com berichtete [5]). Seine offenkundige Einbindung in militärische Strukturen entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie: Die Konstanzer Hochschule hat sich durch eine sogenannte Zivilklausel verpflichtet, nicht mit Streitkräften und Rüstungsindustrie zu kooperieren.

„Russische Desinformation“

Besonderes Augenmerk widmen die Organisatoren der JAPCC-Konferenz der russischen Medienpolitik. Diese habe insbesondere zwei Stoßrichtungen, heißt es: Zum einen werde versucht, der eigenen Bevölkerung eine „xenophobe Weltsicht“ zu vermitteln, der zufolge Russland das Opfer einer „permanenten westlichen Aggression“ sei. Zum anderen ziele die russische Propaganda auf die „Eliten“ und die politische Linke des Westens; beiden gesellschaftlichen Gruppen werde vorgemacht, dass Russland seit dem Ende der Sowjetunion Objekt „westlicher Ausbeutung“ sei und dass der Westen die von ihm zu Beginn der 1990er Jahre eingegangene Verpflichtung, die NATO nicht gen Osten zu erweitern, gebrochen habe. Zwar handele es sich jeweils um „reine Desinformation“, jedoch müsse auch diese gekontert werden; schließlich beabsichtige Russland, den Westen im Allgemeinen und die NATO im Besonderen zu „diskreditieren“. Gleichzeitig habe Russlands Vorgehen in der Ukraine und auf der Krim gezeigt, dass „Informationskampagnen“ mittlerweile integraler Bestandteil der russischen Militärstrategie seien und bei Bedarf mit „Cyberkrieg“ und Operationen von „Spezialkräften“ gekoppelt würden, erklärt das JAPCC. Dem JAPCC zufolge ist es daher unabdingbar, die russische Medienpolitik genauestens zu beobachten; dies ermögliche die „frühzeitige Aufdeckung potentiell aggressiver Handlungen“.[6]

„Stumpfe Speerspitze“

An dieser Stelle dürfte der als Referent der JAPCC-Tagung vorgesehene ARD-Korrespondent Christian Thiels ins Spiel kommen, der sich erst unlängst als antirussischer Propagandist und Advokat der Bundeswehr hervorgetan hat. So monierte er in einem Beitrag, die „zur Abschreckung gegen Russland“ aufgestellte „Speerspitze“ der NATO („Very High Readiness Joint Task Force“/VJTF) könne sich „im Ernstfall als ziemlich stumpf erweisen“. Schuld daran ist seiner Ansicht nach die deutsche „Bürokratie“, die eine schnelle Verlegung der Truppe ins Ausland unmöglich mache, weil sie unter anderem „Sondergenehmigungen für den Transport von Kriegswaffen“ verlange. Zudem fehle es der Bundeswehr an „geeigneten Flugzeugen“ für den Transport von Soldaten und Kriegsgerät, ließ Thiels verlauten. Zwar könnten die deutschen Streitkräfte wie beim Rückzug aus Afghanistan auf Antonow-Maschinen der Ruslan Salis GmbH zurückgreifen; nur sei an dieser Firma „pikanterweise … auch ein russisches Unternehmen beteiligt“.[7]

Streubomben

Unterdessen hat das JAPCC schon im Vorfeld seiner Konferenz über „strategische Kommunikation“ etliche „Empfehlungen“ für die „Erziehung der Öffentlichkeit“ im Sinne der NATO formuliert. Danach soll das westliche Militärbündnis etwa spezielle „Medienteams“ aufstellen, die bei künftigen Konflikten gezielt über „Menschenrechtsverstöße des Feindes“ berichten. Umgekehrt müssten diejenigen „aggressiv“ in ihre Schranken gewiesen werden, die den Einsatz von Streubomben oder illegale Tötungen durch bewaffnete Drohnen „per se als Kriegsverbrechen brandmarken“. Ihnen gegenüber sei zu betonen, dass „terroristische Gruppen“ und „Diktatoren“ sich ohnehin nicht an das Völkerrecht hielten, während die NATO stets alle „verfügbaren Ressourcen“ mobilisiere, um „zivile Opfer zu vermeiden“: „Streubomben sind sehr wichtig, wenn man einen Feind bekämpft, der als konventionelle Streitmacht organisiert ist.“[8]

[1], [2], [3] Joint Air Power Competence Centre (JAPCC): Air Power and Strategic Communications. NATO Challenges for the Future. Joint Air and Space Power Conference 23-25 November 2015. Read Ahead. Kalkar 23.09.2015.
[4] Siehe hierzu auch: Study of Airpower and Disinformation. Lessons for Future Operations.
http://www.japcc.org.
[5] Siehe dazu
Vierte Gewalt.
[6] Joint Air Power Competence Centre (JAPCC): Air Power and Strategic Communications. NATO Challenges for the Future. Joint Air and Space Power Conference 23-25 November 2015. Read Ahead. Kalkar 23.09.2015.
[7] Christian Thiels: Die ausgebremste Eingreiftruppe.
http://www.tagesschau.de 22.08.2015.
[8] Joint Air Power Competence Centre (JAPCC): Air Power and Strategic Communications. NATO Challenges for the Future. Joint Air and Space Power Conference 23-25 November 2015. Read Ahead. Kalkar 23.09.2015.

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Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer – die Rentner mit viel Zeit

Rentner haben viel Zeit. Und setzen sie häufig für Sinnvolles ein. So z.B. die ehemaligen NDR-Mitarbeiter Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer. Unermüdlich schreiben sie Programmbeschwerden an die ARD und zeigen Defizite der öffentlich-rechtlichen Sender in einer Häufigkeit, dass diese kaum hinterherkommen sie zu beantworten (Link zu einem schriftlichen Interview).

Ich verlinke dieses Youtube-Interview (weiter unten) aus einem bestimmten Grund. Ich habe nämlich mit den Herren Bräutigam und Klinkhammer etwas gemeinsam. Ich wurde aus den gleichen Gründen  wie sie gesellschaftlich aktiv!

Und zwar mitten während der Ukrainekrise. Wie auch sie, war ich vorher schon skeptisch, die Ereignisse in der Ukraine waren jedoch so dermaßen an Lug und Trug überzogen, dass anscheinend nicht nur bei mir und den beiden, sondern auch bei immer mehr Menschen, der Gedultsfaden riss. Nicht umsonst sind seitdem die positiven Werte bei den Umfragen zum Vertrauen in die Medien noch weiter ins Bodenlose gerutscht.

Besonders das erste Drittel des Interviews hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem, was ich, wenn ich nach der Motivation für das Betreiben dieses Blogs gefragt, antworten würde.

Über die Kontroverse um den Interviewer bin ich mir bewusst. Ich habe mich vor längerer Zeit mit der Person Ken Jebsen beschäftigt und kam zu dem Schluß, dass ihm viele Sachen vorgewurfen wurden, die nicht stimmen. Während man viel diffamierendes über ihn schrieb, hat man nie mit ihm selbst gesprochen. Der Buchautor und Journalist Mathias Bröckers hat dies letztens getan und ein Buch mit dem Titel: „Der Fall Ken Jebsen“ herausgegeben. Ich habe die Vermutung, und damit bin ich nicht allein, dass er Ziel einer größeren Kampagne gegen eine neu aufkeimende Friedensbewegung wurde. Liest man irgendwo das Wort „Querfront“, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, auch auf den Namen Ken Jebsen zu stoßen. Auch ich wurde somit, u.A. mit meiner Teilnahme am „Friedenswinter 2014/15“ und Protesten gegen die in meiner Nähe befindlichen Militärbasen Ramstein (Drohnen-Relaisstation) und Büchel (Lagerung von US-Atomwaffen), laut einigen öffentlichen Personen und Medienberichten, in die Sparte „Querfront“ gesteckt.

Solange ich nicht eines besseres belehrt werde und nachgewiesen, was ihm vorgeworfen wird, allein die Vorwürfe sind schon sehr diffus, empfehle ich seine Videos gerne weiter. Er spricht sehr ausführlich mit kritischen Köpfen unserer Zeit, daher sind in meinen Augen insbesondere die Interviews unter der Rubrik „KenFM im Gespräch“ zu empfehlen. Dabei wird nichts inhaltliches weggeschnitten. Über ihn und sein Team habe ich Leute wie Jean Ziegler und Dirk C. Fleck, beide schon mal auf dem Grübelstübchen gefallen (Links), überhaupt erst kennengelernt. Deswegen füge ich untenstehend noch eine Liste mit einer Auswahl an interessanten Gesprächspartner mit Verlinkungen aus den letzten Jahren an. Daran kann man auch die Reichweite und Vielfalt dieses „crowdfinanzierten“ Internetprogramms sehen.

Weitere interessante Gespräche:

Rainer Rupp (Topas), Dr. Daniele Ganser, Jürgen Roth (Der stille Putsch), Evelyn Hecht-Galinski, Dirk C. Fleck, Rüdiger Lenz, Niko Paech (Teil 1), Arnold Hottinger (Teil 1), Kazuhiko Kobayashi, Reiner Braun, Jürgen Grässlin (Schwarzbuch Waffenhandel) – Teil 1, Dr. Asfa-Wossen Asserate („Die neue Völkerwanderung“), Hans-Jürgen Krysmanski (Teil 1)Wolfgang Gehrcke (MdB Die Linke), Dr. Udo Ulfkotte (Gekaufte Journalisten), Ramsis Kilani, Albrecht Müller (Teil 1), Willy Wimmer (Wiederkehr der Hasardeure), Sally Perel (Hitlerjunge Salomon), Prof. Dr. Rainer Rothfuß (Uni Tübingen), Georg Zoche: Die Geschichte der Leitwährung, Markus Fiedler (Die dunkle Seite der Wikipedia), Peter König, Jean Ziegler, Dirk Pohlmann (Täuschung – Die Methode Reagan), Ernst Wolff – „Weltmacht IWF“, Fulvio Grimaldi, Gaby Weber („Krater für den Frieden“), Jorge Jurado (Botschafter Ecuadors a.D.), Prof. Rainer Mausfeld, Mathias Bröckers („Die ganze Wahrheit über alles“), Dirk Pohlmann (Deutsche U-Boote im Kampf gegen Schwedens Neutralität?), Wolfgang Bittner (Die Eroberung Europas durch die USA), Eugen Drewermann, Karin Leukefeld über den Status Quo in Syrien, Dirk C. Fleck („Feuer am Fuß“)

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„Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ (DasMagazin)

Am 3. Dezember erschien beim schweizer „DasMagazin“ ein sehr interessanter Artikel mit dem Titel: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt„. Nach langer Zeit der bange, was man mit „Big Data“ so alles anfangen kann, bislang kannte man „Big Data“-Anwendungen nur aus wenigen konkreten Beispielen, aus Sorge getriebenen Vermutungen oder Science-Fiction-Produktionen, wurde nun von dem „Experten für Psychometrik“ Michal Kosinski eine Methode entwickelt, von einem Institut kopiert und bei den Wahlen zum Brexit und von Donald Trump anscheinend erfolgreich angewandt, welche mehr Licht in die Anwendungsmöglichkeiten von „Big Data“ bringen sollte. Die Methode wird weiter ausgereift und mit Sicherheit auch in Zukunft, es ist eine Frage der Zeit, weltweit und auch in Deutschland angewandt. Und sie scheint extrem erfolgreich zu sein: „Psychologisches Targeting, wie Cambridge Analytica es verwendete, steigert die Clickraten von Facebook-Anzeigen um über 60Prozent. Die sogenannte Conversion-Rate, also wie stark Leute – nachdem sie die persönlich zugeschnittene Werbung gesehen haben – auch danach handeln, also einen Kauf tätigen oder eben wählen gehen, steigerte sich um unfassbare 1400 Prozent*.“ Die potenzielle Anwendungsmöglichkeit ist immens. Kosinski, der Kopf hinter der Methode versieht mittlerweile seine Publikationen zu dem Thema mit einer Warnung. Seine Worte: „das hier ist nicht meine Schuld. Ich habe die Bombe nicht gebaut. Ich habe nur gezeigt, dass es sie gibt.

Ich wollte zuerst eine Zitatauswahl für Eilige posten, fand aber zu vieles aus dem Artikel wichtig. Daher hier der Link mit einer ausdrücklichen Leseempfehlung.

https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

Michal Kosinski

Michal Kosinski. Foto: Lauren Bamford. Übernommen aus: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/bild-1124439-1080557.html

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Attentat, Bombe, Chemie, Dschidad – Das Alphabet der Gewaltindoktrination

In Afghanistan lernten Schulkinder jahrzehntelang mit „dschihadistischen“ Lehrmaterialien

Diese Seiten stammen aus einem afghanischen Lehrbuch, das ca. zwei Jahrzehnte so in afghanischen Schulen eingesetzt wurde. Die Waffen wurden zwischenzeitlich durch Orangen und Äpfel ersetzt. Der fundamentalistische Text zum Teil trotzdem geblieben. Entstehungsort beider Versionen: University of Nebraska at Omaha Center for Afghanistan Studies. Finanzierung: Die US-Regierung. Ins Land gebracht durch die von der CIA und dem pakistainischen Geheimdienst ISI etablierten Schmuggelkanäle, ungefähr anfang der 1980er Jahre.

Während die meisten Kinder mit Spiel und Spaß lernen zu lesen und zu rechnen, mussten afghanische dies jahrzehntelang mit Waffen und Gewalt tun. Statt Affe, Bär, Chamäleon und Dino sollten Wörter wie Dschihad den Lerneffekt steigern.

Gedruckt und verschifft durch die US-amerikanischen Regierung  in den 1980er Jahren, um den dortigen Schulkindern „Bildung“ näher zu bringen. Vielleicht aber eher dazu, um es in Zbigniew Brzezinskis Worten zu sagen, um den Sowjets „ihr eigenes Vietnam“ zu bereiten. Wurde damit nicht auch im von Bürgerkriegen und Flüchtlingswellen geplagten Afghanistan, in dem desillusionierte und die Hoffnung verlorene Jugendliche sich dem Radikalismus zuwenden,  nicht ein idealer ideologischer Grundstein für Al-qaida und später ISIS gelegt?

So wurde z.B. der Buchstabe „T“ mit dem Wort „Topak“ für Waffe gelehrt und als Beispiel „Mein Onkel hat eine Waffe“ verwendet. Die nächste Seite zeigte das „J“ für „Jihad“. Beispiel: „Der Jihad ist Pflicht“, „Jamil ging in den Jihad“ und „Ich werde auch in den Dschihad ziehen“ (freie Übersetzung). Gelernt zu Zählen wurde mit Waffen, Patronen, Soldaten und Minen. Das Äquivalent zur heutigen „Sachkunde“ wurde durch Lektionen wie: „Kabul kann nur von Muslimen regiert werden. Die russischen Eindringlinge sind Ungläubige“.

Als viele Jahre später die Taliban die Regierung übernahmen, mussten die Lehrbücher nicht einmal angepasst werden. Dankend nahmen sie diese „made-in-US“-Produktion an, und druckten sie in noch höherer Auflage. Laut Al-Jazeera befinden sich die Bücher zum Teil bis heute (Stand 2014) im Einsatz.

In einem Buch wertet die Autorin Dana Burde das Fortbestehen der Bücher bis heute als eine ungewollte Konsequenz von ernst gemeinter Entwicklungspolitik, ein Produkt eines von Konflikten erschütterten Afghanistans. In Anbetracht der Ansichten einiger der damaligen Verantwortlichen (Siehe dazu erneut: „Tod den Amerikanern„), mutet dies wie eine höchstgradige Verharmlosung an. Zbigniew Brzezinski, damals federführend bei der Bewaffnung von dem Vorläufer von Al-Qaida, den Mudschaheddin, in einem Interview: „What is most important for world history? The Taliban or the fall of the Soviet Empire? Some Islamic hotheads or the liberation of Central Europe and the end of the cold war?“.

Die UNICEF bemühte sich darum, die Bücher aus dem Verkehr zu ziehen und zu zerstören und hat dies bei mindestens einer halben Million Exemplaren erfolgreich getan. Weder hat sie die Möglichkeit alle Drucke ausfindig zu machen, noch die Wirkung der Bücher in einem bis heute von Krieg, Flucht und Zerstörung geplagten Land rückgängig zu machen. Gefragt nach den Motiven für die gewaltverherrlichenden Schulbücher antworteten die Verantwortlichen von der University of Nebraska, man nutze nunmal die Gegenstände, die man auch im Alltag findet, als Lernbeispiele. Die mit Mienen bewaffneten, Dschihadisten nachahmenden Erstklässlerinnen kann man sich bildlich richtig schön ausmalen.

Was sich die Herren von der University of Nebraska damals gedacht haben wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Im besten Fall haben sie nicht gelogen und sind einfach nur dumm wie Brot. Im schlimmsten Fall, mir fällt im Moment zumindest kein schlimmerer ein, handelt es sich dabei um eine lang angelegte Strategie, den Nahen Osten ins Chaos zu stützen. So oder so, es ist ein historisches Meisterstück der Schande. Es ist nichts anderes als pure Gewaltindoktrination.


Weitere Informationen (leider nur englischsprachig):

Eine Artikelzusammenstellung: https://supportdanielboyd.wordpress.com/jihad-and-misconceptions/

WashingtonPost: https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2014/12/08/the-taliban-indoctrinates-kids-with-jihadist-textbooks-paid-for-by-the-u-s/?utm_term=.e6f4385d2835

Economist: http://www.economist.com/blogs/banyan/2012/11/textbooks-afghanistan

Al-Jazeera: http://america.aljazeera.com/articles/2014/12/7/afghan-fighters-americantextbooks.html

Bilder: NationalArmyMuseum

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